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Stormarner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 19:20 Uhr

„Wir machen die Gesetze nicht“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Sanierung Campestraße: Bauausschusschef klärt über Ausbaubeiträge auf / Anwohner befürchten mehr Verkehr und Mehrkosten

Die Einwohnerversammlung vor der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses in Trittau war gut besucht. Das Thema, das die Bürger bewegt, ist die geplante Sanierung der Campestraße (wir berichteten). Unstrittig ist, das die Oberflächenentwässerung gemacht werden muss. Der Zweckverband Obere Bille möchte größere Rohre und weitere Zuläufe verlegen.

Im jetzigen Zustand sind die Siele und Rohre bei Regenwetter schnell überlastet und es bilden sich Pfützen in der Straße. Über die Jahre ist auch die „Stormarner Rinne“, der übliche Ablauf aus zwei Betonstreifen, abgesackt, schief und teils nicht mehr funktionstüchtig. Dazu muss die 4,50 Meter breite Straße aufgerissen werden. Die Kosten der Wiederherstellung übernimmt der Zweckverband.

Da der Asphalt eh sanierungsbedürftig ist und etwa nach zehn Jahren sowieso dran wäre, wollten die Politiker die Kostenbeteilung des Zweckverbandes nutzen, um die Straße insgesamt neu zu asphaltieren und linksseitig von der Schulstraße aus gesehen, einen befestigten Bürgersteig zu bauen. Die entsprechenden Pläne wurden den Einwohnern von Bauingenieur Schwarz vorgestellt.
Da die Ausbaumaßnahme Kosten für die Anlieger verursacht, möchten die am liebsten nur die Oberflächenentwässerung erneuern, die Straße wieder herstellen, aber ansonsten nichts ändern. Neben den Kosten befürchten sie mehr Verkehr durch ihre Straße. Schon jetzt würden Lastwagen dort durchfahren.

Bauausschuss-Vorsitzender Jens Hoffmann stellte klar: „Wir sind aufgrund der Gesetze verpflichtet, unsere Satzung so zu erstellen, dass Anwohner an den Kosten beteiligt werden. Die Gesetze machen nicht wir als Kommune, sondern Land und Bund.“ Allerdings können Ausbaubeiträge bis auf zehn Jahre in Teilbeträgen abbezahlt werden. Zudem sei es Wunsch der Politik, die Kostenbeteiligung von „Obere Bille“ zu nutzen, um die Straße einmal verkehrssicher zumachen. In zehn Jahren würde der Betrag höher ausfallen und ganz auf die Anwohner entfallen. „Der jetzige Fußweg ist matschig, verunkrautet, man kann ihn nicht benutzen. Rollstuhlfahrer, Leute mit Rollatoren und Kinderwagen müssen auf der Straße gehen“, so Hoffmann.

Nach der Aussprache beauftragte der Bauausschuss das Ingenieurbüro mit der Planung und Berechnung zweier weiterer Varianten: Der Bürgersteig soll entweder in Glensander, einer festen, aber wasserdurchlässigen Oberfläche, oder in der in Trittau üblichen Bepflasterung mit rotbunten Rechteckpflaster berechnet werden. Zu Glensander führte Bauingenieur Schwarz aus: „Es ist gebrochenes Natursteinmaterial, unversiegelt, kann mit dem Fahrrad und Rollstuhl befahren werden. Es ist das Beste, was es in Deutschland gibt.“

Ebenso wird geprüft, ob auch die Straße nicht asphaltiert, sondern lieber gepflastert wird, was zu einer optischen Verkehrsberuhigung führen würde. Die neuen Pläne und Kosten sollen im Januar des kommenden Jahres im Bauausschuss besprochen werden. Auch eine weitere, formlose Aussprache mit den Anliegern ist auf deren Wunsch geplant.




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