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Stormarner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 08:54 Uhr

Barnitz : Wiesenschlüsselblume kehrt zurück

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Blume des Jahres 2016 bereichert die Fläche der Stiftung Naturschutz zwischen Klein und Groß Barnitz.

Die Fläche der Stiftung Naturschutz zwischen Klein und Groß Barnitz ist eine Idylle, von Knicks umgeben, schwer zugänglich. Das soll auch so sein, denn zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sind hier heimisch. Insekten wie Hummeln und Libellen finden hier Nahrung, Laubfrösche quaken im Teich, die Aubrac-Rinder von Pächter Dirk Düwiger weiden ganzjährig auf insgesamt 50 Hektar. Nun soll auch die Wiesenschlüsselblume – Blume des Jahres 2016 der Loki-Schmidt-Stiftung – hier angesiedelt werden.

„Früher war die Wiesenschlüsselblume auf Wiesen weit verbreitet, heute findet man sie nur noch selten“, erklärt Biologe Christian Dolnik, Leiter des Projektes „Blütenmeer“ der Stiftung für Naturschutz. Bevor auf der Fläche intensiv Ackerbau betrieben wurde, blühte die Wiesenschlüsselblume hier in voller Pracht. 1998 kaufte die Stiftung das Areal. Nach und nach kehrten viele Arten wie der weiße und rote Klee an den Standort zurück – nicht aber die gelb blühende Blume des Jahres. Rund 20 Helfer des Naturschutzbund Reinfeld / Nordstormarn und der Stiftung haben jetzt mit der Neupflanzung begonnen. 1000 Wiesenschlüsselblumen bringen sie in den lehmigen Boden. Da sind Spitzhacke und Spaten gefragt.

„Die Wiesenschlüsselblume blüht im März und April als eine der ersten Blumen“, so der Projektleiter. Die Pflanze brauche viel Licht und sei wichtig für das Leben der Hummeln. Er rechnet damit, dass sich die Pflanze schnell ausbreitet – vor allem in Richtung Teich. So könne hoffentlich die Ausrottung der Pflanze verhindert werden. In den meisten Bundesländern steht die auf der Roten Liste.

Insgesamt pflanzt die Stiftung 5000 der seltenen Pflanzen in Schleswig-Holstein. Besonders viele blühen auf dem naturbelassenen Truppenübungsplatz in Putlos (Ostholstein). So soll es auch auf der Fläche in Barnitz werden. „Wir setzen mit dieser Pflanzaktion eine Initiale, denn die Wiesenschlüsselblume soll sich wieder überall ausbreiten“, so Dolnik. Sie befindet sich in bester Gesellschaft, denn am Standort wächst auch ihre Verwandte: die Hohe Schlüsselblume. Außerdem bringen die freiwilligen Helfer auch den Echten Dost, den Wirbeldost, den Wundklee, den Feldbeifuß und die Europäische Goldrute in die Erde – alles Wiesenblumen, die vielerorts nicht mehr wachsen. „Der Rückgang von seltenen Wildblumen und Wildpflanzen ist alarmierend hoch“, warnt der Biologe. Das nördlichste Bundesland habe durch intensive landwirtschaftliche Nutzung die größten Verluste erlitten. Das Projekt „Blütenmeer“ wird bis 2020 mit zwei Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ gefördert.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 18:02 Uhr

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