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Stormarner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 03:04 Uhr

Stormarner Wochenschau : Wie man aus dem Quark kommt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein Gewinn, echt patent, und was sonst noch geschah ...

Ein Gewinn

: 30 Prozent mehr Übernachtungen in fünf Jahren. Das hört sich gut an. Mit rund 325  000 Übernachtungen ist Stormarn im Urlaubsland Schleswig-Hostein aber nur ein ganz kleines touristisches Licht. Und hier verbringt auch niemand seine Ferien. Durchschnittlich bleibt jeder Gast 1,9 Tage. Als reines Abbild der Realität darf man die Zahlen des Statistischen Landesamts allerdings nicht sehen, denn gezählt werden nur Betriebe mit zehn und mehr Betten. Aber als Vergleichsmaßstab und Trendmesser sind sie natürlich allemal gut. Mit einer Stelle unter dem Dach der Lauenburgischen HLMS und einem Budget in kleinen fünfstelligen Bereich ist das Tourismus-Management Stormarn nicht gerade üppig ausgestattet. Wenn, wie der HLMS-Geschäftsführer schätzt, das touristisch erwirtschaftete Steueraufkommen seit 2010 um drei auf 22 Millionen Euro gestiegen ist, rechnet sich die Stelle der Tourismus-Managerin gleich mehrfach. Allerdings kann niemand seriös sagen, wie viele Gäste dadurch mehr kamen, dass der Kreis Werbung für sich macht. Das Schöne daran: Es ist nicht wichtig. Das Bewusstsein für die Region und ihre Angebote, die Fahrradrouten und die Internetseite, die alles schön zusammenfasst, sind auch ein Gewinn für die Stormarner selbst, die Alteingesessenen ebenso wie die neu Hinzugezogenen. Selbst mit Dreck könnte man noch Werbung für den Kreis machen, hat sich unser Karikaturist gedacht. Für alle, die auf dem Weg zur und von der Ostsee die Sandberge an der A  1 vermissen, könnte man ja ein Schild aufstellen: Infokasten beim Imbiss an der nächsten Ausfahrt.

Echt patent

: Wenn bei Germany’s Next Topmodel eine junge Deern rausfliegt, sagt Heidi Klum stets: „Ich habe heute leider kein Foto für dich.“ Beim heutigen Gratis-Foto-Shooting auf dem Mühlenplatz bekommt jeder Teilnehmer ein Foto – garantiert! Für die in der Innenstadt ins Auge fallenden Blumentaschen der Kampagne „Ich bin für Einkaufen in Bad Oldesloe“ werden neue Köpfe gesucht. Damit läuft die adrette „Gesichtserkennung“ munter weiter und straft immunen Nörglern Lügen, die ohne Unterlass frotzeln: „In Bad Oldesloe passiert ja nichts“. „Die kommen nicht aus dem Quark.“ Und wie die aus dem Quark kommen. Die, das sind der Wir-Verein, der die Idee hatte, Angela Dittmar und Nicole Brandstetter, die die Idee umgesetzt haben, und die unterstützenden Gebrüder Gilbert von Foto Ketelhohn. „Mit unserer Kampagne wollen wir Händler und Unternehmer mit ihren Produkten sichtbar machen und die Bürger in unsere Aktionen einbeziehen“, sagen die Kreativ-Damen. Das tun sie auf vortreffliche Weise. Und wenn die Models auch noch etwas in der Kreisstadt Gekauftes mit zum Porträtfoto-Termin mitbringen, ist klar: Oldesloe lebt und zieht an einem Strang – zumindest bei dieser Kampagne. Mit dem „Wir-Gefühl“ wird ein Schuh draus. Bitte mehr davon!
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