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Stormarner Tageblatt

03. Dezember 2016 | 10:42 Uhr

Jersbek : Widerstand gegen den Fluglärm

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Jersbeker Bürger gründen eine Arbeitsgruppe. Sie fordern eine gleichmäßigere Verteilung des Fluglärms.

Anfang Juni fand die Bürgerfragestunde der Fluglärmschutzkommission vor Ort in Bargteheide statt. Hintergrund ist eine 2014 in Kraft getretene Änderung des Anflugs auf den Hamburger Flughafen, die dazu führt, dass die Anzahl und Intensität der Überflüge sowie der damit verbundene Fluglärm in einigen Orten erheblich zugenommen hat.

Viele Betroffene waren erschienen, um sich zu informieren und ihren Unmut über den Fluglärm zu äußern. Vor allem aus Jersbek kamen zahlreiche Bürger in das Ganztagszentrum. Der Ort liegt auf dem direkten Anflugweg der Flugzeuge, dem so genannten Leitstrahl und wird bei vorherrschendem Westwind bevorzugt überflogen – in den Spitzenzeiten im Zwei-Minutentakt. Ein Zustand, der die Bürger ärgert und den sie so nicht hinnehmen wollen. „Wir leben in Jersbek, um Ruhe und Natur zu genießen“, sagt Franz Lüttmer. „Wenn die Flugzeuge über unseren Garten donnern, müssen wir unsere Gespräche unterbrechen, so laut ist es hier. Vor allem in den Abendstunden ist es oft unerträglich.“

Das Ziel der Arbeitsgruppe „Fluglärmschutz Jersbek“ ist die gleiche Verteilung der Überflüge auf die Gemeinden Stormarns. „Es war in Jersbek nicht immer so laut“, so Elke Lüttmer. „Durch eine Umstellung können die Flieger nicht mehr kurz vor dem Flughafen eindrehen, so dass sie nun im großen Bogen über das Umland fliegen. Die Fluglärmschutzkommission hat nach eigenen Angaben nicht damit gerechnet, dass wir durch die Umstellung in diesem Maße belastet werden.“ Rückgängig machen wolle die Kommission die Regelung jedoch nicht. Erschwerend komme hinzu, dass die Überflughöhe in Ahrensburg zeitgleich angehoben wurde, wodurch hier der Anflug auf den Flughafen nur in steilem Sinkflug möglich ist – ein Manöver, das die Piloten gerne vermeiden. Dadurch fädeln sich viele Flugzeuge nicht mehr gestreut kurz vor der Landung auf den Strahl ein, sondern fliegen auf einer Geraden über Elmenhorst und Jersbek.

Auch Bargteheide ist stärker als früher von dem Lärm betroffen. Zusätzlichen Lärm gibt es am Wochenende. Durch eine Extra-Regelung sollen große Ortschaften während dieser Zeiten umflogen werden – auf Kosten der kleinen. „Natürlich wollen wir den Flughafen nicht schließen und die Flieger auch nicht komplett umleiten“, erklärt Cornelia Teegen. „Wir wehren uns nur gegen die aktuell ungerechte Verteilung. Wenn jeder zu gleichen Teilen von dem Fluglärm betroffen ist, wirkt sich die Gesamtbelastung positiv auf uns aus.“ Ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt.

>Kontakt: Betroffene und Interessierte wenden sich an die Arbeitsgruppe: flsjersbek@yahoo.com




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