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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 12:01 Uhr

Stormarner Wochenschau : Wer zu werben weiß und wer nicht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Viel Lärm von Flugzeugen und dem Stadtfest, aber auch um die neue Werbesatzung der Stadt Bad Oldesloe.

Mit Spaß

Eine runde Sache, das Oldesloer Stadtfest. Am Tag nach dem Auftritt von Badomat im Kulturhof räumte Ulf Schwinum, einer der Darsteller, ein: „Wir haben sicher schon anspruchsvollere Sachen gemacht. Aber wir hatten selten so viel Spaß bei den Proben.“ Wer die „Musiker“ auf der Bühne erlebt hat, wird das bestimmt sofort unterschreiben.

Was die lokale Musikszene geboten hat, sucht seinesgleichen. Natürlich hat nicht alles allen gefallen – muss ja auch nicht. Kann eigentlich gar nicht. Jeder konnte sich halt seine Rosinen rauspicken. Die Foodtrucks – eine echte Bereicherung. Klar, auch das muss man mögen, aber es gab ja die Auswahl von vegan bis vollfleischiger Burger. Da sollte für ein breites AppetitSpektrum was Leckeres dabei gewesen sein.

Auch wenn Veranstalterin Christine Tiedemann das Engagement der Oldesloer Vereine über den grünen Klee lobt – wer mit offenen Augen durch die Stadt gegangen ist, wird gemerkt haben, dass es in dem Segment noch reichlich Luft nach oben gibt. Aber die, die sich diesmal noch vornehm zurückgehalten haben, sind hoffentlich in zwei Jahren dabei.

Marketing

Um das Schild dort aufstellen zu dürfen, muss schon jemand die Vergrößerung extrem hoch geschraubt haben, um sehr genau in die Werbesatzung gucken zu können. Selbige gliedert die Stadt Bad Oldesloe in die Bereiche A bis D. Je nach Kennzeichnung sind unterschiedliche Werbeformen möglich. Am Friedhof grenzt ein A-, in dem nur sehr restriktiv geworben werden darf, an ein D-Gebiet, wo bis zu zehn Quadratmeter große Werbeanlagen erlaubt sind. Und genau an dieser Stelle, in einem schmalen Bereich, umfasst der D-Bereich auch noch den Bürgersteig auf der gegenüberliegenden, der Friedhofs Straßenseite. Weder ein paar Meter weiter längs der Hamburger Straße, gegenüber vom Glacehaus, noch weiter rein in den Lindenkamp wäre die Wand zulässig gewesen. Da muss also ein echter Spürhund am Werke gewesen sein, denn die Verwaltung wird doch unmöglich der Werbeindustrie ein paar besonders attraktive Inseln im Stadtgebiet verschafft haben.

Verweigerer

Als der Anflug auf den Hamburger Flughafen von vier auf sieben nautische Meilen verlängert und damit den Fluglärm nach Stormarn brachte, gab es keinen Vertreter des Kreises in der Fluglärmschutzkommission. Wohl aber des Landes aus den Ministerien für Umwelt sowie Wirtschaft/Verkehr. Mag ja sein, dass deren Vertreter den Berechnungen und Zusicherungen geglaubt haben, dass es für die Hamburger Walddörfer besser, für die Stormarner aber nicht schlechter werden würde. Dass sie deshalb auch meinten, mit dem Kreis und den Kommunen müsse man gar nicht sprechen. Mittlerweile weiß man schon länger, dass der Lärm hier durchaus schlecht ankommt. Anfragen aus Stormarn, auch offizielle, ließ man in Kiel aber abblitzen: Man sehe keinen Gesprächsbedarf. Das dachte man sich anscheinend auch jetzt, als die Kommission erstmals in Stormarn tagte. Die Vertreter aus Kiel kamen einfach nicht. Das ist nicht nur ein schlechter Witz, sondern verrät Arroganz gepaart mit Feigheit. Die Vor-Ort-Termine der FLSK sollen ausdrücklich dem Dialog mit den Betroffenen dienen. Spart man sich den für Sonntagsreden auf? Einen Gefallen hat man sich damit übrigens auch nicht getan: Es machen schon Gerüchte die Runde, was Kiel im Austausch gegen den Fluglärm-Export nach Stormarn erhalten hat.
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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 05.Jun.2016 | 12:11 Uhr

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