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Stormarner Wochenschau : Wer darf rein und wer ist raus?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Es gibt Statements, Versprechen und Verträge, die sind einfach zu schön. Aber wenn man dann genauer hinschaut ...

Eriwan

„Im Prinzip ja“, lautet die bekannte Antwort bei Fragen an Radio Eriwan – um dann ins Gegenteil verkehrt zu werden. Im Prinzip gibt es auch die freie Schulwahl für Kinder aus Schleswig-Holstein in Hamburg, jedenfalls hatten Bildungssenator Ties Rabe und Bildungsministerin Britta Ernst das so verkündet, als sie im September das neue Gastschulabkommen vorstellten. Kritiker, die darauf hinwiesen, dass die freie Schulwahl laut Artikel 1 nur gilt, wenn es in Hamburg freie Kapazitäten gibt, mussten sich anhören, das Haar in der Suppe zu suchen und den neuen guten Geist der Zusammenarbeit noch nicht verstanden zu haben. Der wohlfeile Geist aus dem Reinbeker Schloss ist in der Hamburger Schulbehörde allerdings zum Schreckgespenst mutiert. Die Schulen wurden angewiesen, auch Geschwisterkinder aus Schleswig-Holstein abzulehnen, die nicht in Hamburg wohnen. Dass die Schulen zuvor die Kinder angeschrieben und sie zum Tag der offenen Tür eingeladen hatten, bringt die Eltern zusätzlich auf die Palme. Sie hätten bei Radio Eriwan nachfragten sollen, ob die freie Schulwahl in Hamburg wirklich für Schleswig-Holsteiner gilt: „Im Prinzip ja, aber nur wenn sie sich die Schule nicht aussuchen.“

Fehlerfrei

„Wir haben keine Fehler gemacht.“ Wenn der Bürgermeister das sagt, muss es stimmen. Dann ist eben die Presse schuld. Macht der amerikanische Präsident genau so. Und dem glauben ja auch alle.

Zwei Menschen, die im weitesten Sinne unter der Obhut der Stadt standen, beide sind als „schwierig“ bekannt, werden aber trotzdem in ein Zimmer einquartiert. Jetzt ist einer tot und der andere im Gefängnis. Wenn so das Ergebnis fehlerfreier Arbeit aussieht – naja, da darf man schon an den Maßstäben zweifeln. Die Fragen müssen doch lauten: Wie konnte das passieren? Wie kann sowas in Zukunft verhindert werden? Fehler oder Lücken im Betreuungssystem können vorkommen – bei der Verwaltung, hauptamtlichen Betreuern oder ehrenamtlichen Helfern. Aber wenn sie aufgearbeitet werden und daraus Konsequenzen gezogen werden, dann eben nur ein mal. Wenn aber von Anfang an gesagt wird, wir haben keine Fehler gemacht, kann man sich die Aufarbeitung sparen.

Märchenhaft

Der Oho-Komplex mit Hotel und Kino ist verkauft und der ehemalige Besitzer wird zukünftig Betreiber des Kinos. Das ist eine gute Nachricht für die Stadt, aber noch ist das Kino nicht wieder auf. Heinz Wittern muss jetzt, wie der Prinz in Dornröschen, das Kino wieder zum Leben erwecken. Das wird nicht ohne Unterstützung gehen. Hoffentlich stehen jetzt auch alle zu ihrem Wort, die Hilfe zugesagt hatten.

Bestimmung

„Ich spende gerne fürs Vogelschießen, aber nur, wenn mein Cousin König wird.“ Undenkbar? Naja, beim Neujahrsempfang ist es so. Der Sponsor des Schlüssels redet mit, wer ausgezeichnet werden soll. Das ist für den Bürgerworthalter das kleinere Übel. Er wollte unbedingt den städtischen Neujahrsempfang. Der alleine wäre etwas dröge, also wurde diese Schlüssel-Ehrung ins Leben gerufen. Hätte er dafür einen Etat beantragt, hätte er seine Mit-Politikern Mitbestimmungsrechte eingefordert. Das wollte Rainer Fehrmann auf jeden Fall verhindern. Und wenn dann die Auswahl von Sponsor und zu Ehrendem nicht immer ganz glücklich war, gibt es eben Kritik.
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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 04.Mär.2017 | 06:00 Uhr

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