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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 11:07 Uhr

Bad Oldesloe : Weniger „echte“ Arbeitslose, aber mehr Jobsuchende

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Quote im Kreis Stormarn ist auf den Tiefsten Wert seit 20 Jahren gesunken. Flüchtlinge werden in der Statistik gesondert ausgewiesen.

Im Oktober ist die Zahl arbeitsloser Menschen in Stormarn um 57 auf 4368 gesunken. Die Quote ging um 0,1 auf 3,4 Prozent zurück. „Das ist der geringste Wert seit 20 Jahren“, sagt Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Oldesloer Arbeitsagentur. Wahrscheinlich könnte man noch einige Jahre mehr zurückblicken, aber auf Kreisebene werden die Daten erst seit 1997 erhoben.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Quote um 0,2 Prozentpunkte verbessert. Der genaue Blick in die Statistik zeigt allerdings, dass die Zahl arbeitssuchender Menschen zugenommen hat. 6202 Frauen und Männer, 564 mehr als vor einem Jahr, weist die Statistik bei der Unterbeschäftigung auf. In der Zahl sind auch jene erfasst, die sich in Kursen oder Fördermaßnahmen befinden. Die Quote stieg im Jahresvergleich von 4,5 auf 4,8 Prozent.

Grund sind die Flüchtlinge, die in der Statistik seit Ende Juni gesondert ausgewiesen werden. Zurzeit sind 1162 Frauen und Männer bei Arbeitsamt oder Jobcenter registriert. Knapp zwei Drittel der Flüchtlinge besuchen einen Sprach-, einen Integrationskurs oder befinden sich in einer Fördermaßnahme. 381 sind arbeitslos gemeldet. Deshalb ist auch die Zahl arbeitsloser Ausländer um 21 Prozent gestiegen.

„Geflüchtete Menschen wollen in den meisten Fällen schnell arbeiten und wählen daher oft den Weg über eine Helfertätigkeit, für die meistens keine vertieften Sprachkenntnisse oder Berufsabschlüsse benötigt werden“, sagt Grote-Seifert. Ziel müsse es aber sein, das Sprach- und Qualifizierungsniveau langfristig zu verbessern. „Künftig wollen wir verstärkt auf eine frühe und enge Verzahnung von Sprachförderung, betrieblicher Praxis und Qualifizierung setzen. Die Angebote sollten im Idealfall parallel laufen“, so die Agenturchefin.

Bereits jetzt gibt es Perspektive-Programme für Flüchtlinge, in denen Integrationskurse mit Berufsorientierung kombiniert werden. So ist nach dem ersten Spracherwerb parallel ein gefördertes Praktikum möglich. Die Integrationskurse werden vom Bundesamt finanziert, und die Arbeitsagentur in Bad Oldesloe erhielt für ihre Angebote in Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg zusätzliche 1,2 Millionen Euro.

Man plane, in enger Kooperation mit der Wirtschaft, künftig auch sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit dem Erwerb berufsbegleitender Teilqualifikationen und berufsbezogener Sprachförderung zu kombiniert, so Grote-Seifert. Im Idealfall stehe am Ende ein Berufsabschluss.

Dieser Ansatz der „Verzahnung“ biete sich grundsätzlich als erwachsenengerechter Fortbildungsweg für alle Geringqualifizierten an, um sie dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Denn die Unternehmen haben Bedarf. Die Zahl der gemeldeten Stellen hat weiter zugenommen, was auf eine anhaltend stabile Auftragslage schließen lasse, so die Agenturchefin weiter.

Die Unternehmen im Kreis Stormarn meldeten seit Jahresbeginn 4834 sozialversicherungspflichtige Stellen, 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders starke Zuwächse gab es in den Gewerken des Innenausbaus und bei den kaufmännischen Berufen. Unternehmen können sich an den Arbeitgeber-Service wenden. Die gebührenfreie Servicenummer lautet: (0800) 455  5520.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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