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Stormarner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 05:06 Uhr

Ahrensburg : Wasserwerke als Kunsterzählung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Hamburger Künstler Philip Gaißer und Carsten Benger stellen im Marstall einige ihrer Kunstwerke aus

Was macht ein Raum mit Kunst oder ander: Was macht Kunst mit einem Raum? Das ist eine der interessanten Fragen rund um die Ausstellung der beiden Hamburger Künstler Philip Gaißer und Carsten Benger im Marstall. In der Schlossstadt präsentieren sie Schwarz-Weiß-Fotografien und Video-Installationen. „Wichtig ist uns, dass wir uns eben nicht von dem Raum diktieren lassen, was wir machen. Wir wollen nicht, dass er sich über das Gezeigte stülpt“, erklärt Benger.

Anders als viele andere Künstler, geben die beiden Hansestädter den Besuchern auch ein bisschen mehr Interpretationshilfen mit auf den Weg. Die Kunstwerke stehen nicht ganz allein für sich. Denn zu den Werken rund um das Thema „Wasser“ sind auch Erzählungen geschrieben worden, die im Begleitkatalog zur Ausstellung nachlesbar sind. Davon ist von Reisen die Rede, auf denen die Werke entstanden sind. „Es ist aber tatsächlich nicht wichtig, wohin die Reisen gingen oder wo die Aufnahmen gemacht wurden. Es ist nicht einmal entscheidend, ob die Reisen stattgefunden haben“, erklärt Benger.

Die Wahl des Themas Wasser sei kein Zufall, aber auch nicht besonders. „Überall wo man hinkommt, gibt es Wasser. Wasser spielt immer und überall eine Rolle. Das wurde mir aber nicht erst beim Reisen bewusst“, so Benger. „In einem Burggraben markiert Wasser eine unüberwindbare Schutzzone, in einer Flasche Fiji-Wasser wird es zum Lifestyleprodukt“, erklärt Katharina Schlüter, Kuratorin der Sparkassen-Kulturstiftung. „Ich finde es spannend. Denn beide Künstler arbeiten für diese Ausstellung mit Texten, Fotografien und Videos an einem Zugang zu einer Flüssigkeit, die durchsichtig, farb-, geruch- und geschmacklos ist“, erklärt Kulturstiftungsmitarbeiterin Julia Kölle. „Fast immer sind es Nebensächlichkeiten, die Philip Gaißer in den Fokus nimmt und denen so ungewohnte Aufmerksamkeit zuteil wird“, so Kölle.

Beim Thema Wasser schwingen natürlich auch diverse andere Themen mit, wie der Schutz der Meere, die Gefahr die von Wasser ausgeht oder auch ökologische sowie soziale Fragestellungen. „Wir haben aber keine zentrale Message, wollen keine gezielte Kritik üben. Am Ende unserer Erzählungen und somit auch der Ausstellung gibt es keine Bilanz oder ein Abschlussfazit“, so Gaißer. Auf der Ausstellung selbst wird es Publikationen geben, die der Besucher durchlesen kann und soll. „Wir lenken damit schon ein wenig die Sichtweise und laden zum länger Bleiben ein“, sagt Benger.

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 25. September, um 11.30 Uhr durch Dr. Henning Görtz und Goesta Diercks. Sie ist bis zum 6. November zu sehen. Führungen finden Mittwochs um 16 Uhr statt. Der Eintritt ist frei, Anmeldungen sind nicht erforderlich. Ein Künstlergespräch gibt es am 15. Oktober um 15 Uhr. Das Kinderatelier zur Ausstellung findet am 1. und 8 Oktober statt.

 

>Anmeldung: info@stormarner-kinderatelier.de oder Telefon: (04102)70781015

 

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erstellt am 21.Sep.2016 | 16:30 Uhr

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