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Stormarner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 09:02 Uhr

Stormarner Wochenschau : Was wird denn hier gespielt ...?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zoff vor und hinter den Kulissen. Und im Freien sorgen Kangals für Schrecken und Verdruss.

 

Komödiantenstadl

Auf der Bühne Theatergenuss. Hinter den Kulissen Theaterverdruss. Da läuft ein Drama in der Endlosschleife. Klar, kam bei den Protagonisten, die das Kleine Theater Bargteheide bespielen, in den vergangenen Jahren immer mal wieder Futterneid auf. Aber irgendwie glätteten sich die Wogen jedes Mal, ging’s weiter. Nun scheint der Kultur-Karren allerdings richtig festzustecken. Auslöser für die vertrackte Situation war die damalige Absage des KM Managements auf Weiterführung des Pachtvertrags über den 30. Juni 2015 hinaus. Bis heute ist nicht viel Handfestes passiert. Warum eigentlich nicht? Dafür liefen und laufen verbale Scharmützel. Etwa zwischen der Stadt und dem Kulturring, der sich hintergangen fühlt und einem angedachten Trägerverein nichts abgewinnen kann. Rückendeckung erhält „Mister Theater“ Manfred Kutsche in diesem Punkt von „Mister Kino“ Hans-Peter Jansen, der in einem Trägerverein, den Politik vermutlich beschließen wird, ebenfalls nicht den Sinn erkennen kann. Stattdessen bringt sich der Pächter als Allzweckwaffe ins Spiel und posaunt: „Ich will die Gesamtleitung!“ Punkt, aus. Er hat vom großen Theater um das Kleine Theater die Nase voll und will Butter bei die Fische sehen. Das erstaunt nun wiederum die Stadt, die vom Vorpreschen des Kinobetreibers völlig überrascht ist. Genauso wie Pastor Jan Roßmanek, der einen Theaterverein gründen will. Man hätte sich lieber vorher mal zusammensetzen sollen, kritisiert der Gottesmann. Genau. Warum hat man das nicht schon längst getan. Ein runder Tisch für alle, die mit dem Kleinen Theater zu tun haben. Muss denn immer erst das Kind in Brunnen fallen. Unter zivilisierten Leuten hätte man das einfacher und längst schon in trockenen Tüchern haben können. Schluss mit dem Theater!

 

Schutz-Frage

Was ein Kangal ist, wusste bis vor kurzem vermutlich kaum jemand in Stormarn. Das ist wegen der Kangals in Hoisdorf anders geworden. Die großen türkischen Herdenhunde liefen frei herum und hatten Spaziergänger und andere Hunde angegriffen. Direkt neben dem großen Grundstück der Kangal-Besitzer steht am Fußweg zu Sportplatz, Schule und Kita ein reichlich betagtes Blechschild mit dem „Hunde sind an der Leine zu führen – Der Bürgermeister.“ Nur wer sorgt dafür. Das Amt Siek verhängt lieber sich selbst als den Hunden einen Maulkorb. Man habe alles veranlasst heißt es aus der Verwaltung. Was man unternommen habe, falle aber unter Datenschutz, speist das Amt alle ab, die anfragen. Dabei haben die Hoisdorfer mehr als ein berechtigtes Interesse an einer Antwort. Selbstverständlich sollten sie wissen, ob sie wieder angstfrei in den Wald gehen können oder sich für den Spaziergang doch besser bewaffnen. Vielleicht kann ja der Bürgermeister diese seltsame Auffassung einer Behörde korrigieren, die doch angeblich für die Menschen da ist.

Sonntag ist Muttertag, und da weiß man: Den hat vor knapp 100 Jahren der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber neu erfunden, nachdem die vergessene Tradition Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA wiederbelebt worden war. Aber ist t der Dank an die Mütter noch zeitgemäß, wenn nicht mal mehr jede dritte Frau mit einem minderjährigen Kind zu Hause bleibt? Egal, denn wie hatten ja noch den Vatertag, in diesem Tag so dicht am Muttertag, dass man meinen könnte, die beiden gehörten tatsächlich zusammen. Mitnichten. Den Vatertag nutzten schon immer vor allem junge Männer ohne Anhang als Vorwand für ausgedehnte Sauftouren. Also auch aus dieser Warte ein Tag zum Vergessen oder zumindest einer, an den sich mancher nicht erinnert. Ausgerechnet die DDR, wo die Reproduktionsrate viel höher und die Eltern jünger waren als im Westen, hieß Himmelfahrt Herrentag. Treffender, aber auch noch nicht ganz korrekt, denn wie Herren verhielten sich die alkoholisierten Herren meist nicht.

Und heute: Laut der neuen Sinus-Studie „Wie ticken Jugendliche 2016“ wollen die heute vor allem so sein wie alle anderen – brav und angepasst. Das bestätigt auch die Polizei: „Einige Dienststellen sprechen vom ruhigsten Vatertag seit Jahren“, heißt es aus der Direktion. Warten wir also auf die nächste Pressemitteilung gegen Komasaufen.

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