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Stormarner Tageblatt

03. Dezember 2016 | 05:45 Uhr

Bad Oldesloe : Warnung vor der Kaninchenpest im Kneeden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im Kneeden wurden Kaninchen ausgesetzt. Sie sind mit einem gefährlichen Virus infiziert, der zum Tode weiterer Kaninchen führen kann.

Da schrillten beim Tierschutzverein alle Alarmglocken: Als Dorothea Brandes gestern morgen mit ihrer Riesenschnautzerhündin Bertha am Kneeden spazieren ging, entdeckte sie zwei Hauskaninchen, die dort offenbar mit einer Plastikkiste ausgesetzt worden waren. Sofort verständigte sie die Polizei, die ihrerseits den Tierschutzverein einschaltete. Unverzüglich wurden die Kaninchen eingesammelt.

Die Tierschutzmitarbeiter spürten nicht nur zwei Kaninchen auf, sondern sechs.

Als wäre das Aussetzen von Haustieren nicht schon schlimm genug, diese Kaninchen waren krank: Myxomatose auch Kaninchenpest genannt. „Die sind alle schon erlöst“, erklärt Heike Reher, Vorsitzende des Tierschutzvereins: „Es ist schier unmöglich, sie wieder gesund zu bekommen, und das Risiko war uns auch zu groß für die Kaninchen, die wir bereits haben.“ Beim Tierschutzverein ist man sich nicht sicher, ob nicht noch weitere kranke Langohren durch den Wald hoppeln. Deshalb warnt Heike Reher eindringlich davor, Tiere mit nach Hause zu nehmen. „Sofort Meldung machen oder sofort zum Tierarzt damit“, fordert die Tierschützerin: „sonst geht der Teufelskreis los.“ Myxomatose gehört zu den Pockenvieren. Ursprünglich stammt das Virus aus Südamerika, wurde absichtlich nach Australien eingeführt, um die dortige Kaninchenpopulation zu kontrollieren. 1952 infizierte Paul-Félix Armand-Delille auf seinem eingezäunten Landsitz Maillebois zwei Wildkaninchen absichtlich, um die Population zu dezimieren. Seitdem ist die Krankheit in Europa nicht mehr aufzuhalten. Heike Reher: „Wir greifen ein, aber das rächt sich irgendwann.“ Kaninchen starben massenhaft. „Die Population hat sich davon nie wieder erholt“, weiß Heike Reher.

Das Aussetzen von Haustieren ist eine Straftat. „Die haben selbst wenn sie gesund sind, keinerlei Überlebens-Chance“, stellt Heike Reher klar. Die Tiere waren „handzahm und lieb“, also wurden sie nicht nur als Schlachtkaninchen im Käfig gehalten. Sie hofft, dass das Verschwinden einer größeren Anzahl von Kaninchen auffällt und die Halter ermittelt werden können.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 15.Sep.2016 | 06:00 Uhr

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