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Stormarner Tageblatt

05. Dezember 2016 | 19:46 Uhr

Reinfeld : Wappentier in aller Munde

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Mit der Karpfenprobe für Kids geht Reinfeld neue Wege: Erstklässler finden Burger & Co. echt lecker.

„Mhh, das schmeckt aber richtig lecker“, schwärmt Robin und beißt herzhaft in seinen Karpfen-Burger. Er ist Schüler einer zweiten Klasse der Matthias-Claudius-Schule (MCS), die erstmals an einer Karpfenprobe der besonderen Art teilnimmt. Ruckzuck ist der Burger in Robins Mund verschwunden. Seine Klassenkameraden Paul und Ryan machen es ihm nach. „Ist echt super gut“, lautet ihr Urteil. Auch die Erstklässler Kjell und Linus hätten gern noch eine zweite Burger-Portion gegessen. Doch Koch Martin Huss hat „nur“ 500 kleine Brötchen gebacken und 500 Karpfenfilets zubereitet. Das reicht gerade so für die 500 Schüler der ersten bis vierten Klassen, die in zwei Durchgängen in der Pausenhalle die Karpfen-Köstlichkeiten probieren.

Karpfen-Ravioli, Karpfen-Fischstäbchen mit Stampfkartoffeln und Spinat und die altbewährten Karpfenchips – das Menü der Gastronomen war ganz auf den Gaumen der Kinder abgestimmt. Bis auf den Spinat, der nicht ganz so gut ankam wie die grätenfreien Karpfenspezialitäten.

„Man muss von Zeit zu Zeit mutige neue Wege beschreiten, um den Karpfen, das Wappentier Reinfelds, immer wieder neu in das Bewusstsein der Menschen zu bringen“, sagt Reinfelds Bürgervorsteher Gerd Herrmann, der gern auch etwas von den Leckereien kostete. Karpfen sei bisher eher eine Spezialität für die Generation 50plus gewesen, ergänzt Bürgermeister Heiko Gerstmann. Daher sei Reinfelds Wappentier nach und nach wohl in die Jahre gekommen. Die Karpfenprobe hinter verschlossenen Türen nur mit geladenen Gästen wolle man nicht mehr, das Gourmet-Festival in den letzten zwei Jahren an der Seepromenade habe sich aufgrund der Wetterlage für die Gastronomen kaum gelohnt. Gemeinsam mit Fachleuten aus der Gastronomie wurde deshalb ein neues Konzept entwickelt.

Zum Auftakt der Karpfensaison beschreite man mit dieser außergewöhnlichen Karpfenprobe für Kinder neue Wege, so Kulturpflegerin Britta Lammert. So könnten Kinder an die Delikatesse herangeführt werden und ihren Eltern vom ungewohnten Gaumenschmaus berichten.

In der Tat hat kaum ein Kind vorher Karpfen probiert. Wenn überhaupt nur als „Karpfen blau“ bei den Großeltern zu Silvester oder Weihnachten. Der habe aber wirklich nicht besonders geschmeckt, so Erstklässlerin Lilly. All die vielen Gräten! Da schmecken doch die Karpfen-Fischstäbchen viel besser, ergänzt ihre Freundin Zoe. „So erreicht man ganz schnell potenzielle Feinschmecker“, ist sich Lammert sicher.

Zusätzlich zum Gaumenschmaus beschäftigten sich die Schüler im Unterricht mit Reinfelds Spiegelkarpfen: Sie erfuhren von den Zisterziensermönchen, die einst den Karpfen nach Reinfeld brachten, lernten den Fisch in seinem Lebensraum und die hohe Qualität des Lebensmittels kennen. „Essen hält Leib und Seele zusammen, und gerade der Karpfen hat ein zu Unrecht verkanntes sehr feines Fleisch und ist so vielseitig einsetzbar in der häuslichen Küche. Das machen wir unseren Kids an der Grundschule schmackhaft“, sagt Heimke Witting-Schorr vom Landfrauen-Ortsverein. Die Landfrauen sorgten zum Abschluss des Festmahls für einen gesunden Obst-Nachtisch, der von den Schülern zu bunten Stangen zusammengesteckt wurde.Die Rezepte durften die jungen Teilnehmer und potenziellen Karpfen-Liebhaber mit nach Hause nehmen. Und dann klappt das ja vielleicht auch mal mit dem Karpfen-Zubereitung zu Hause.


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erstellt am 12.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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