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Stormarner Tageblatt

07. Dezember 2016 | 17:25 Uhr

Von Vietnam nach Stormarn

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Van Gian Dang (Foto, r.), hier mit Thi Ngoc Cap, hat sieben Vietnamesen für die Ausbildung als Altenpfleger in Deutschland gewonnen. Grund: Die Nachwuchssorgen in der Pflege machen kreative Lösungen erforderlich. In einer gemeinsamen Aktion haben die Pflegeeinrichtungen Riedel und Steinbuck deshalb jetzt sieben Auszubildende für die Altenpflege aus Vietnam geholt. Sie wollen die Ausbildung im Oktober beginnen. „Wir benötigten eigentlich jeden dritten Schulabgänger für den Beruf“, sagt ihre Betreuerin Christiane Kiesel, „aber diesen Bedarf können wir nicht annähernd decken.“

Viel Bürokratie
Da trifft es sich gut, dass der Vietnamese aus Bad Oldesloe, Van Gian Dang, als Schnittstelle dabei hilft, Landsleute als Azubis zu vermitteln. „Die Arbeitslosigkeit in meinem Heimatland ist hoch“, sagt Van Gian Dang – die Hürden der Bürokratie ebenso. Allein das Visum ist nicht einfach zu bekommen. Die Bewerber müssen schon im Heimatland Deutschkenntnisse auf dem Niveau A 2 nachweisen. Für sieben Vietnamesen hat das jetzt geklappt. Sie leben in einer Mitarbeiter-Wohngemeinschaft der Pflegeeinrichtungen Steinbuck in Bargteheide und besuchen derzeit Deutschkurse in Hamburg, denn inzwischen ist das Sprachniveau B 1 erforderlich.
Großer Aufwand
Bereits 30 Prozent der Pflegekräfte stammen aus dem Ausland, mit steigender Tendenz. Vor zwei Jahren gab es ein ähnliches Projekt mit Azubis aus Spanien und Italien. „Sie sind fast alle in Krankenhäuser gewechselt“, sagt Christiane Kiesel. Sie hoffe, dass die vier Frauen und drei Männer zwischen 19 und 24 Jahren mehr Ausdauer haben. „Es ist ein großer Aufwand, sie zu integrieren, unterzubringen und die Sprache zu vermitteln“, sagt sie, „aber es ist nötig.“ Ohne sie werde es nicht gehen. Sie hoffe, dass die Vietnamesen im August ein Praktikum antreten können. Der Einstieg in den Beruf werde so erleichtert. Darüber wird mit der Ausländerbehörde verhandelt.
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