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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 02:23 Uhr

Stormarner Wochenschau : Völlig aus der Spur – oder was?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die einen schimpfen über die Bahn, andere über Politiker. Und wer hat recht?

Planlos

Wer keinen Plan hat, macht sich einen. Das dachte man sich auch bei der Bahn. Weil es bei Zugausfällen und Verspätungen meist keine, falsche oder verwirrende Auskünfte an die Reisenden gab, wollte die landeseigene Nahverkehrsgesellschaft von DB Regio einen Plan, wie man in solchen Fällen vorzugehen gedenke. Im Grunde eine gute Idee, schließlich gibt es für alle anderen Krisenfälle auch Ablaufpläne, die ein Gerüst geben, wie man mit bestimmten Situationen umgeht. Dumm ist nur, wenn Pläne das Denken ersetzen und Flexibilität auf der Strecke bleibt. Am 20. Juni waren die Pferde nach 15 Minuten wieder von der Bahnstrecke verschwunden. Nach Notfallplan-Erfahrungswert dauert sowas Stunden. Und wenn der Plan erst mal angelaufen ist und ein Rädchen ins andere greift, scheint ihn wenig stoppen zu können. Und dem Möchtegern-Bahnfahrer, dem man gerade mitgeteilt hat, das er zweieinhalb Stunden warten muss, möchte man ja auch nicht damit durcheinander bringen, dass es nun doch nur 20 Minuten dauert. Oder vielleicht doch? Die Bahn, die den Notfallplan wegen schlechter Kommunikation der Kunden einführen musste, wollte den Reinfall vom 20 Juni auch nicht kommunizieren. Der Sachverhalt kam erst durch eine kleine Anfrage der Oldesloer Landtagsabgeordneten Anita Klahn von der FDP heraus. Fazit: Die Bahn hat viel Luft nach oben – sowohl in der internen als auch in der externen Kommunikation.

In der Spur bleiben

Wenn sich nachts um Viertel nach zwölf an einer Straßenecke ohne erkennbaren Grund eine Menschentraube bildet, kann das nur einen Grund haben: Dort ist ein seltenes Pokemon zu fangen. Der Hype um das neue Online-Spiel von Nintendo hat natürlich längst auch die Kreisstadt erobert. Da entwickeln sich ganz neue Hotspots in der Stadt, nämlich dort, wo es einen Pokestop, eine Arena oder ein Lockmodul gibt. Ob einzeln oder in der Gruppe – den Blick immer streng aufs Display und bloß nicht den Zusatzakku vergessen. Das kann schon zum Verkehrs- und Sicherheitsproblem werden. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat für dieses Problem schon mal einen Lösungsvorschlag entwickelt: Unterschiedliche Spuren.

Selber machen

Die Oldesloer Politik hat keinen sonderlich guten Ruf. Die Freizeitpolitiker streiten nur, verprassen Geld für unnötige Sachen, kümmern sich nicht um die wirklichen Probleme und beschließen im Zweifel das Falsche. Überall anders ist es ja so viel besser. Wirklich? Wann hat denn Ahrensburg mal was geschmeidig über die Bühne gebracht? Lindenhof, Kino, Bürgermeisterwahlkampf ... Dann diese Lachnummer in Steinburg, wo vor lauter Zickenalarm kein Haushalt beschlossen werden konnte. Reinbek und seine Feuerwache, Reinfeld und die Brücken oder Trog-Frage. Und jetzt zerhäckseln sie sich in Siek. Wer sich darüber aufregt, muss immer zwei Punkte beachten: 1.) Wer sich in der Kommunalpolitik engagiert, tut das freiwillig. 2.) Die Zusammensetzung der Kommunalparlamente entspricht dem Wählerwillen. Wem es also nicht passt, was in den Orten so beschlossen wird, der sollte 1.) sich selber engagieren und 2.) zur Wahl gehen. Nirgendwo haben die Parteien eine so dicke Personaldecke, dass sie es sich leisten könnten Interessen abzuweisen und die Wahlbeteiligung könnte ebenfalls überall besser sein.

Alter Hase

Jetzt hatte also Neu-Landrat und Altbürgermeister Henning Görtz seinen Antrittsbesuch beim Kinderschutzbund in Bargteheide. Der Form halber. Denn er kennt die Leute bestens und sich in den Räumen an der Lindenstraße gut aus. Ein neuer Landrat aus der Fremde hätte erst einmal gefragt, wo die Lindenstraße überhaupt liegt. Nicht nur geographisch hat es ein Stormarner Eigengewächs leichter. Ob es alle anderen nun leichter mit ihm haben, steht auf einem ganz anderen Blatt.
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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 06.Aug.2016 | 08:00 Uhr

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