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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 23:32 Uhr

Bargteheide : Viele Bürger haben Bedenken

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Erster Stadtdialog zum Bahnhofsumfeld Bargteheide: Es geht um Pendler, Radler, fehlende Parkplätze und Bäume.

Einen Stadtdialog hat Bargteheide geplant, zum Austausch ist es gekommen. Zwar blieb die Veranstaltung sachlich, aber die Meinungen im Stadtdialog gehen weit auseinander. Die meisten der etwa 70 Anwesenden lehnten ein Bauprojekt östlich der Bahn ab. Viele brachten eigene Ideen ein und hatten teilweise sogar Alternativ-Pläne mitgebracht.

Hintergrund für Kritik sind vor allem die Planungen zur Bebauung des Grundstücks An den Stücken 49 bis 51. Ein Parkhaus und 100 Wohnungen sollen dort nach Planungsstand entstehen, die Hälfte davon mit Sozialbindung. 46 Bäume müssten allein hier dafür fallen. Über einen Entwurf entscheidet bereits am kommenden Donnerstag der Planungsausschuss. Im vereinfachten Verfahren ohne Umweltverträglichkeits-Prüfung.

„Das ist ein normales Verfahren im Innenstadtbereich“, sagt Bürgermeister Claus Christian Claussen. Gleichwohl würden Umweltbelange im Verfahren weiter bearbeitet. Fällt die Entscheidung der Kommunalpolitiker für das Projekt, wird das Planungsverfahren eingeleitet. Dann können sich Bürger noch in der Auslegungsphase zu Wort melden. Die Stadtvertretung muss noch zustimmen, sie folgt aber in aller Regel den Ausschuss-Beschlüssen.

Viele Besucher kritisierten, dass sich der Dialog überwiegend auf die Planung zusätzlicher Parkplätze am Bahnhof beschränkt. Das Defizit ist bekannt. „Vor acht Jahren bin ich hergezogen, da war es kein Problem, sagt Matthias Behr, „heute ist es eng geworden.“ Planer beziffern den zusätzlichen Bedarf auf etwa 100 Parkplätze und ebenso viele Stellplätze für Räder. Sollte die S 4 kommen, erhöht er sich deutlich. Dann würden 400 Parkplätze erforderlich und bis zu 600 Fahrradplätze.

Architekt Christian Wehmeyer hatte eigene Entwürfe dabei. Auch die Konfliktpunkte zwischen Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern auf dem Weg von der Ost- zur Westseite der Bahnstrecke zeigte er auf. „Morgens kollidieren dort Pendler und Schüler.“ Die parkähnliche Natur auf dem einstigen „Wacker-Grundstück“ sei wertvoll und müsse erhalten bleiben. „Priorität bei der Planung müssen die Menschen haben, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind.“

„Wir wohnen nebenan, da hoppeln auch Kröten vorbei auf dem Weg zum Teich auf dem Grundstück“, sagte eine Nachbarin. Andere Diskutanten erwähnten die Fledermäuse und die Krähenkolonie dort, beides sind geschützte Arten. Für eine Parkpalette weiter im Norden müsste auch der Rest des Hochzeitswaldes mit weiteren 40 Bäumen fallen. Zuhörer: „Würde mich wundern, wenn das möglich wird.“ „Früher wurde das Grundstück wegen der vielen Bäume nicht angetastet“, sagt Karl Dziomba vom BUND, „jetzt hat die Stadt es gekauft und sie sollen fallen.“ Welche Ausgleichsflächen dafür angelegt werden müssen, sei nicht bekannt. Horst Loebus bemängelte die isolierte Planung: „Es zeigt sich, dass sie nicht gewünscht wird.“ Bürger verlangten ein umfassenderes Stadtkonzept.

Ein Knackpunkt bleibt auch die Unsicherheit, ob später doch noch ein drittes S-Bahngleis nach Bargteheide gelegt wird. In der aktuellen Planung wurde es aus Kostengründen gestrichen. Die Stadtplaner wollen diese Möglichkeit offenhalten, was sicher Sinn ergibt.

„Wir beschränken uns heute auf das Thema Bahnhof“, sagte Planer Klaus Mensing, der die Diskussion moderierte. Viele Besucher kritisierten das. Das Radfahren müsse attraktiver werden, anstatt noch mehr Autoverkehr anzulocken meinen mehrere Teilnehmer und plädieren für ein Stadtbus-System

In der Diskussion ist jetzt ein Pendlerparkplatz zwischen Seniorendorf und geplanter Feuerwache. Dort gäbe es keine Konflikte, allerdings ist das Gelände nach Ansicht der Planer mit 400 Metern Entfernung zum Bahnhof zu weit entfernt.





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