zur Navigation springen

Stormarner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 17:06 Uhr

Bad Oldesloe : Verkaufsoffen zahlt sich nicht aus

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Kreuz mit den Einkaufssonntagen in Bad Oldesloe: Resonanz der Kunden lässt zu wünschen übrig – warum?

Stell dir vor, es ist verkaufsoffener Sonntag und keiner hat wirklich Lust darauf. Nein, ganz so weit ist es beim Oldesloer verkaufsoffenen Sonntag noch nicht. Aber irgendetwas muss passieren, damit diese – aktuell vier Mal im Jahr durchgeführte – Veranstaltung eine Existenzberechtigung behält.

Vor einer Woche war es aus diversen Gründen dem veranstaltenden „Wir für Bad Oldesloe“-Verein und den Kaufleuten nicht gelungen, ein attraktives Programm in der Innenstadt auf die Beine zu stellen. Als dann auch noch das Wetter die Kooperation verweigerte, passierte das, was zu befürchten war: Die Resonanz seitens der Mitbürger blieb sehr zurückhaltend. Man kann daran nicht dem Wir-Verein die Schuld geben. Der hatte die Verantwortung eigentlich zu Beginn des Jahres nur übernommen, weil sich kein anderer Veranstalter mehr fand und die Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute sich bekanntlich aufgelöst hatte.

Die Interessensgemeinschaft Handel wollte kein Verein werden – was nötig gewesen wäre, um als juristische Person so eine Veranstaltung durchführen zu können – und das Veranstaltungsmanagement sowie die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bad Oldesloe hatten gemeinsam mit Bürgermeister Tassilo von Bary abgewunken. „Was sollen wir denn noch alles selbst veranstalten?“, hatte von Bary rethorisch gefragt. Aktuell kassiert der Wir-Verein 4000 Euro Förderung aus dem entsprechenden Budget der Kreisstadt für jeden verkaufsoffenen Sonntag.

Das Grundproblem liegt darin, dass zu wenig Geschäftsleute selbst mit anpacken und vor ihren Geschäften besondere Angebote und Aktionen anbieten. Dass das kein grundsätzliches Problem sein kann, das nicht zu lösen wäre, zeigt sich regelmäßig in Bargteheide und Ahrensburg, wo die jeweiligen Pendants gut funktionieren. Allgemein ist in Bad Oldesloe von einem echten Wir-Gefühl wenig zu spüren an diesen Sonntagen. Da bringt auch jede Kampagne wenig, wenn das Wir-Gefühl darin endet, dass ein paar Firmenlogos gemeinsam abgedruckt werden. Der Wir-Verein fürchtet bereits negative Auswirkungen für das eigentlich relativ erfolgreiche „Ich bin für Einkaufen in Bad Oldesloe“-Image-Projekt.

„So ein Reinfall wie der letzte verkaufsoffene Sonntag darf ohne Frage nicht nochmal passieren“, sagt Marco Schmidt vom Wir-Verein, der für die Durchführung verantwortlich war und der selbst sichtbar viel Zeit und Engagement investierte. Doch mit nur wenigen Mitstreitern lässt sich eben keine Gemeinschaft simulieren. „Wir wissen, dass einige Geschäftsleute kein Interesse haben. Aber dann muss man halt schauen, was man macht“, so Schmidt. „Es ist auch immer ein Balanceakt. Wir wollen und müssen Programm in den Straßen anbieten, aber es soll ja auch kein großes Volksfest werden“, so Schmidt weiter.

„Mehr Attraktionen und Aktionen sind notwendig, um Gäste und Kunden in die Stadt und die Geschäfte zu locken“, heißt es daher jetzt in einem Schreiben des Wir-Vereins an die Geschäftsleute. Definitiv wird der Wir-Verein noch den traditionellen „Grünkohlsonntag“ am 6. November durchführen.

Wie es mit Blick auf 2017 aussieht, steht noch nicht fest. Es sind auch andere Kooperationen für die Durchführung vorstellbar. Auch das Ende der verkaufsoffenen Sonntage oder eine Einkürzung auf zwei statt vier Termine ist vorstellbar.

zur Startseite

von
erstellt am 12.Sep.2016 | 05:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen