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Stormarner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 03:09 Uhr

Bad Oldesloe : USA – einmal hin und zurück

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

SPD-MdB Franz Thönnes schickt den Trittauer Marvin Meincke (22) nach Chicago und verabschiedet John Dudley (17)

Noch ungefähr ein Jahr, dann endet die politische Karriere des Stormarner SPD-Bundestagsabgeordneten Franz Thönnes. Seit 23 Jahren ist er Mitglied des Bundestages. Ein Programm – neben vielen anderen außenpolitischen Aufgaben – liegt Thönnes „seit bestimmt 20 Jahren“ besonders am Herzen: PPP – das parlamentarische Austauschprogramm mit den USA. Jahr für Jahr hat der Abgeordnete die Möglichkeit, ein Stipendium für einen USA-Aufenthalt zu vergeben und als Pate zu fungieren. Für dieses Jahr fiel Thönnes’ Wahl auf Marvin Meincke aus Trittau.

Der 22-Jährige Betriebswirt wird Anfang August für ein Jahr nach Chicago reisen. „Ich bin schon total gespannt. Ich werde ans College gehen und in der zweiten Hälfte des Austauschs in einer Firma arbeiten, die ich mir vor Ort noch suchen werde.“ Meincke möchte sein Business-Englisch optimieren und miterleben können, wie Wirtschaft und Handel in den USA läuft. „Mit meinem Betriebswirt in der Tasche möchte ich nach dem USA-Aufenthalt auch anspruchsvollere Jobs annehmen. Das ist ja klar. Ich kann mir vorstellen, das mir das Jahr dabei helfen wird“, blickt Meincke optimistisch in die Zukunft. „Die jungen Menschen, die über das PPP-Programm in die USA kommen, sehe ich auch als Botschafter unseres Landes. Es ist zwar nicht immer gut, dass eine Einzelperson beispielhaft für ein ganzes Land gesehen wird, aber wir wissen, dass das so passiert. Er wird dort ’der Deutsche’ sein und dann ist es doch gut, den positiv möglichen Eindruck hinterlassen zu können“, sagt Thönnes und grinst.

„Ganz ehrlich, wer sich nicht verkaufen kann und beim Anblick von zehn Menschen in einem Raum versucht, hinter einer Stehlampe in Deckung zu gehen, ist falsch in diesem Programm. Außerdem ist es mir wichtig, dass die jungen Menschen, die diese Chance bekommen, ehrenamtlich tätig sind und etwas für die Gesellschaft tun.“ Im Fall von Marvin Meincke ist das der Einsatz als Kinder- und Jugendtrainer im Boxbereich bei
„X-Cite Trittau“. „Auch in den USA werde ich mich ehrenamtlich engagieren. In welchem Bereich das ist, wird man noch sehen“, sagt er.

Beim Gespräch mit Franz Thönnes stand Chicago gleich ein zweites Mal im Mittelpunkt: Denn den umgekehrten Weg geht jetzt John Dudley, genannt „Jack“. Er war über das Congress-Bundestags-Programm fast zwölf Monate in Ammersbek. Zur Schule ging der 17-Jährige am Eric-Kandel-Gymnasium in Ahrensburg. „Fast alles war anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Sehr vieles hat mich positiv überzeugt“, sagt Dudley. Dennoch: „Viele Deutsche machen Dinge alleine und engagieren sich außerhalb der Schule in Kultur oder Politik. In den USA ist dort der Zusammenhalt durch mehr gemeinsame Aktivitäten an den High Schools ein anderer, ein irgendwie auch besser. Hier ist es so, dass du in die Schule gehst , um dort zu lernen. Ja, deine Freunde sind dann auch dort, aber du machst nicht so viele zusammen“, berichtet er.

„Ich werde natürlich sehr viel zu Trump gefragt oder auch zu Waffen. Nein: Wir haben zuhause bei uns keine Waffen rumliegen. Das Bild, das man hier von Amerika bekommen muss, ist mir unangenehm“, sagt er. Auf der anderen Seite habe er in dem Jahr in Deutschland auch bemerkt, dass „die USA viele Ideen und Ideale haben, die mir zeigen, dass ich gut dorthin passe. Mittlerweile habe ich dann eine Reihe Dinge entdeckt, mit denen ich mich hier eher identifizieren kann, als in Amerika“, beschreibt er seinen Blick auf das eigene Land. „Die Deutschen waren sehr offen und immer hilfsbereit. Egal, wen ich gefragt habe. Das nehme ich auch mit als Erfahrung“, sagt er. Marvin Meincke gab er mit auf den Weg, dass er sicher sei, dass er viel Spaß in Chicago haben werde. „Es ist eine tolle Stadt, mit vielen Museen, Parks und viel Essen. Es gibt viele Orte, an die du unbedingt gehen musst – und vielleicht ein paar, an die du lieber gar nicht gehst. Das erkläre ich dir dann, wenn du da bist“, verriet Dudley. „Wenn wir uns dort treffen, dann schicken wir ein gemeinsames Selfie rüber“, versprach Marvin Meincke, bevor es von Franz Thönnes jeweils Abschiedsgeschenke für beide gab.

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erstellt am 13.Jul.2016 | 12:50 Uhr

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