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Stormarner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 14:45 Uhr

Unternehmen Kunst-Betriebe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zwölf Kreative schaffen zwölf Skulpturen in zwölf Betrieben / Objekte in der Marstall-Galerie zu sehen

Zwölf Künstler, die in zwölf Unternehmen zwölf Skulpturen schaffen. Das Projekt „Kunst-Betriebe 2“ startete im Juni in die zweite Runde. Die Galerie im Marstall ist der dritte und letzte Ort, an dem die entstandenen Objekte in einem Raum zu sehen sind.

Die Ausstellung wird am morgigen Sonntag um 11.30 Uhr von Joachim Wallmeroth, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Holstein, Projektleiterin Bettina Thierig und Dr. Katharina Schlüter, Leiterin des Bereichs Kunst und Kultur der Sparkassen-Stiftungen, eröffnet. Künstlerin Bettina Thierig aus Lübeck hatte vor ein paar Jahren die Idee, Künstler in Unternehmen zu schicken und Unternehmen die Kunst näher zu bringen. Unterstützung fand sie bei „Pro Economia“, der Stiftung der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck, der Possehl-Stiftung und der Stiftungen der Sparkasse Holstein gGmbH, die gleichzeitig Träger des Projekts ist.

Bei „Kunst-Betriebe 2“ gingen zwölf Künstler aus Norddeutschland und Dänemark je eine Woche in ein Unternehmen. Janine Gerber aus Barnitz war bei Kroschke in Ahrensburg. In der Kantine entstand dort „Zuhören“, eine über zwei Meter hohe Konstruktion aus Holz und Aluschildern, die (korrekt gelesen) ein Zitat von Mahatma Gandhi wiedergeben, das mit den Worten beginnt: „Der Kunde ist der wichtigste Besucher in unserem Haus. Er ist nicht von uns abhängig. Wir sind von ihm abhängig.“ „Das hat auch zu intensiven Gesprächen zwischen der Belegschaft und der Künstlerin geführt“, sagt Nicola Lucas von der IHK.

Aber mit der Aktion wolle man ja auch Impulse für kreatives Arbeiten geben, so die Marketing-Managerin. „Die Mitarbeiter in den Firmen konnten die Arbeit der Künstler verfolgen und haben sich dafür begeistert, was aus ihren Werkstoffen geworden ist“, so Nicola Lucas. Und die Künstler hätten außerhalb ihrer Ateliers arbeiten können. Bei der Grothe Bau GmbH & Co bearbeitete Jo Kley einen Marmor-Findling, der jetzt „Gipfeltreffen“ heißt. „Grothe überlegt, ob sie das Kunstwerk kaufen will“, sagt Bettina Thierig. Sie selbst war auf Gut Selchausdal, wo sie einen Baumstamm mit 75 Zentimetern Durchmesser angefragt hatte und einen mit 1,3 Meter Durchmesser bekam. Eigentlich hatte sie ein Schiff schnitzen wollen, jetzt wurde mit der Kettensäge aus dem Eschenstamm ein großes „Wolfsboot“ aus zwei hölzernen Tierkörpern.

Beim Baustoffhandel Hass + Hatje in Bad Oldesloe baute Winni Schaak aus Wäschespinnenfundamenten eine Säule, die eine Hommage an den Bildhauer Constantin Brâncui ist. In der Kundenhalle der Sparkasse in Bad Oldesloe schuf Pia Obel ein „Time ist the Limit“, ein Werk aus Lampenfassungen, die von Kabelbindern zusammengehalten werden. „Wir waren auch überrascht, als in den letzten anderthalb Tagen was ganz anderes entstand“, sagt Dr. Martin Lüdiger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, „es sah jeden Tag anders aus und hat dadurch viel Kommunikation gebracht.“

Zu sehen sind im Marstall auch „Ritter Müller“ von Trine Maria Høy, die bei Gollan Bau GmbH war, eine „Geometrische Metamorphose“ von Norbert Jäger bei Femern A/S, „after the breakfast“ von Thomas Judisch bei Brüggen, „Richtung Ahnung“ von Tim Maertens, der sich bei Baustoffe Richter in Lübeck seine eigenen Bausteine goss, oder die große, von innen aufgeschlagene Kunst-Transportkiste „Absent“, die Sebastian Schröder bei Holzland Klatt baute. Die Galerie im Marstall Ahrensburg ist mittwochs, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. An jedem Mittwoch um 16 Uhr wird eine Führung angeboten.

Anmeldungen sind nicht erforderlich. Am 11. Dezember ab 15 Uhr führen die Künstler Thomas Judisch und Stephan Jäschke gemeinsam mit Dr. Katharina Schlüter durch die Ausstellung. Außerdem gibt es Schülerworkshops unter der Leitung der Künstler.

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erstellt am 18.Nov.2016 | 12:32 Uhr

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