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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 12:58 Uhr

Ehrung für Autoren : Trittau ein Denkmal gesetzt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die „Arno-Surminski-Gemeindebücherei“ wurde jetzt feierlich eingeweiht. Im Campehaus widmet sich eine Ausstellung dem Lebens des Schriftstellers

Jetzt gibt es in Trittau die „Arno-Surminski-Gemeindebücherei-Trittau“. Mit einem Festakt wurde das neue Schild feierlich von dem Autor enthüllt. Parallel ist im Campehaus, in dem die Bücherei beheimatet ist, die Ausstellung über Leben und Werk Surminskis – eine Leihgabe des Ostpreußischen Landesmuseums – zu sehen. Zuvor betonten Bürgervorsteherin Ulrike Lorenzen und Bürgermeister Oliver Mesch die große Ehre, die es für Trittau sei, eine Surminski-Bücherei zu haben. „Die Gemeindevertreter haben einstimmig dafür gestimmt und über ihre persönliche Zustimmung habe ich mich Anfang des Jahres sehr gefreut“, sagte Mesch an Surminski gerichtet.

In seinem Roman „Kudenow oder an fremden Wassern weinen“ sucht die Hauptfigur als erstes ein Büro der Deutschen Hilfsgemeinschaft auf. Ein solches befand sich auch in Trittau im Campehaus, das damals noch Horst-Wessel-Haus hieß, und war auch erste Anlaufstelle für Surminski, als er 1946 als Ostpreußenflüchtling zwölfjährig als Waise nach Trittau kam. „Und obgleich Kudenow fiktiv ist, hat Trittau als literarische Schablone gedient und Sie haben Trittau damit ein kleines Denkmal gesetzt“ so Mesch.

Surminski blieb 15 Jahre in Trittau. Er erinnerte sich daran, dass er sogar eine Weile im Campehaus in die Schule gegangen ist. „Das war so eine Art Aushilfsschule, später ging ich zur Schule zwischen Holländers Gasthof und Ketzel.“ Damals gab es nicht die Spur von einer Bücherei. Er fände es etwas gewagt, der Bücherei seinen Namen zu geben, so Surminski, weil er in jungen Jahren kaum Zeit zum Lesen hatte, stattdessen Bucheckern zum Verkaufen sammelte. Trotzdem war die Faszination für Bücher schon früh da: Auf dem Weg zur Berufsschule in Hamburg stand er oft vor dem Schaufenster eines großen Buchladens: „Ich habe mich nicht hinein getraut, denn ich hatte kein Geld“, so der 82-Jährige. Auf die gleiche Weise las er Zeitungen, die in einem Geschäft in Trittau ausgehängt waren. „Später hat mich ein Freund an Bücher heran geführt. Wir haben viel diskutiert über ,Quo Vadis’ oder ,Götter, Gräber und Gelehrte’“, erinnerte sich der Autor.

Surminski überreichte ein neues Buch an Büchereileiterin Annette Kleiß, dass es so im Handel nicht gibt: „Jokehnen oder ein Dorf in Ostpreußen.“ In der Bücherei hat Kleiß eine Werkszusammenstellung präsentiert. Bürgermeister Mesch drückte die Atmosphäre des Festaktes so aus: „Ich habe das Gefühl, ein Kreis hat sich geschlossen. Arno Surminski ist aus Trittau so wenig wegzudenken wie die Hahnheide oder die ewig lange Dorfstraße.“

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