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Stormarner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 17:21 Uhr

Bargteheide : Tödliche Schüsse auf 28-Jährige: Ex-Freund hatte Kontaktverbot

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Dem Verdächtigen wird Tötung aus niederen Beweggründen vorgeworfen. Seine Ex-Partnerin hatte eine einstweilige Verfügung gegen ihn erwirkt.

Ammersbek/Lübeck | Nach den tödlichen Schüssen auf seine Ex-Freundin in Bargteheide (Kreis Stormann) sitzt ein 35-Jähriger in Untersuchungshaft in der JVA Lübeck. Dem Tatverdächtigen wird eine Tötung aus niedrigen Beweggründen - also Mord - vorgeworfen. Ein Richter erließ am Sonntag Haftbefehl und ordnete den Vollzug in der Untersuchungshaft an.

Die 28-jährige Tote hatte zuvor eine einstweilige Verfügung gegen ihren tatverdächtigen Ex-Freund erwirkt. Der 35-Jährige hatte demnach zu ihr ein Kontaktverbot, bestätigte die Staatsanwaltschaft Lübeck am Montag.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wollte der Mann die Trennung nicht akzeptieren. „Wir gehen davon aus, dass er seine Macht und seinen Besitzanspruch demonstrieren wollte und dass die Frau für ihn nur noch ein Objekt dargestellt hat“, sagte Oberstaatsanwältin Ulla Hingst.

Bei der Getöteten handelt es sich um eine Mitarbeiterin des Erdbeerhofs Glantz in Delingsdorf im Kreis Stormarn. Im Rahmen des Hoffests am Wochenende wurde ihrer gedacht.

Das Tatgeschehen

Am Samstagmorgen hatte das Spezialeinsatzkommando (SEK) den 35-jährigen Tatverdächtigen auf dem Campingplatz am Bredenbeker Teich festgenommen. Am Nachmittag wurde dann nach der Waffe gesucht: In Watthosen und mit Metalldetektoren hatten Beamte vom Technischen Zug der 1. Einsatzhundertschaft aus Eutin in einem Waldgelände mit Tümpel in der Nähe des Schulzentrums nach der Tatwaffe gesucht, die der mutmaßliche Todesschütze auf seiner Flucht weggeworfen haben soll.

Vor der Festnahme des 35-Jährigen hatte ein Zeuge um 5.30 Uhr den Hinweis gegeben, dass sich der Mann auf dem Campingplatz in Ammersbek (Kreis Stormarn) aufhalten solle. Der Zeuge beschrieb das Fahrzeug und sagte, dass der Mann darin schlafe.

Der Tatverdächtige kletterte wohl über den Zaun.
Der Tatverdächtige kletterte wohl über den Zaun. Foto: Peter Wüst
 

Die Ermittler umstellten das Fahrzeug, sicherten es und nahmen den 35-Jährigen vorläufig fest. Er war unbewaffnet und leistete keinen Widerstand gegen die Beamten, wie ein Sprecher sagte.

In dem weißen Wagen, der durch die Bäume zu sehen ist, soll der Mann geschlafen haben. Das Auto hat er wohl aufgebrochen.
In dem weißen Wagen, der durch die Bäume zu sehen ist, soll der Mann geschlafen haben. Das Auto hat er wohl aufgebrochen. Foto: Peter Wüst

Der Mann soll über den Zaun geklettert sein, um auf den Campingplatz zu gelangen - ohne Schlüssel kommt man nicht auf das Gelände. Das Auto, in dem er schlief, sei ein fremdes Auto gewesen. Die Polizei hat das Gelände weiträumig abgesperrt.

Das Verbrechen hat nicht nur bei der Bargteheider Bevölkerung für Entsetzen gesorgt. Vor dem Haus legten Freunde des Opfers Blumen nieder und zündeten Kerzen an.

Was war zuvor passiert?

Der Mann soll am Freitagabend seine 28-jährige Ex-Freundin in Bargteheide (Kreis Stormarn) erschossen haben. Der Mann hatte dann die Polizei gerufen und die Tat gestanden. Die Ermittler fahndeten am Freitagabend öffentlich mit Fotos und einer Täterbeschreibung nach dem Verdächtigen.

Polizeisprecher Stefan Muhtz hatte die Bevölkerung vor dem Mann gewarnt. Er gelte als gefährlich. Man sollte nicht direkt an ihn herantreten, sondern die Polizei rufen. Wahrscheinlich trage der Mann noch eine Waffe bei sich. Der Mann war wegen häuslicher Gewalt der Polizei bereits bekannt.

Die Frau sei am Freitag gegen 10.45 Uhr getötet worden, hieß es. Statt auf die Polizei zu warten, floh der 35-Jährige vom Tatort. Die Bargteheider Beamten hätten nach den Anrufen „in der Wohnung die verstorbene Frau vorgefunden“, sagte Muhtz. Über das Opfer ist bislang nur bekannt, dass es 1988 geboren wurde.

Bestatter transportieren in Bargteheide die Leiche einer Frau ab.
Bestatter transportieren in Bargteheide die Leiche einer Frau ab. Foto: Daniel Bockwoldt
 

Die Polizei hatte unterdessen das Gebiet um das Gebäude weiträumig abgesperrt, mehrere Streifenwagen und mit Maschinenpistolen bewaffnete Beamte waren vor Ort. Ein Fährtenhund war im Einsatz und sollte die Spur des Mannes aufnehmen.

<p>SEK-Beamte suchen in Bargteheide nach dem mutmaßlichen Täter.</p>

SEK-Beamte suchen in Bargteheide nach dem mutmaßlichen Täter.

Foto: Patrick Niemeier
 

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erstellt am 15.Aug.2016 | 16:30 Uhr

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