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Stormarner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 19:20 Uhr

Tatwaffe vergeblich im Schlamm gesucht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ortstermin mit mutmaßlichem Todesschützen: Stelle gezeigt, aber kein Geständnis

Auf der Suche nach der Waffe des mutmaßlichen Todesschützen Sven S. haben gestern Beamte der Lübecker Mordkommission und der Bereitschaftspolizei einen größeren Tümpel in der Ortsmitte durchsucht. Unterstützt wurden sie dabei von der Freiwilligen Feuerwehr Bargteheide.

Der mutmaßliche Täter selbst hatte die Ermittler bei einem Ortstermin auf die Spur gebracht und diesen die Stelle gezeigt, an der er die Tatwaffe angeblich weggeworfen hat. Bei der stundenlangen Suche fanden die Ermittler mehrere Patronen, eine Waffe aber fanden sie nicht. Zunächst hatten Feuerwehrleute den Tümpel abgepumpt. Dann wurde der Schlamm akribisch durchsiebt, Eimer für Eimer. Das Gelände war weiträumig abgesperrt.

In Wathosen und mit Metalldetektoren hatten Beamte vom Technischen Zug der 1. Einsatzhundertschaft aus Eutin bereits am Sonnabend in einem Waldgelände in der Nähe des Schulzentrums nach der Tatwaffe gesucht, die der mutmaßliche Todesschütze auf seiner Flucht weggeworfen hat.

Der 35-jährige Bodybuilder soll – wie berichtet – am vergangenen Freitag seine frühere Partnerin in einer Wohnung mit mehreren Schüssen getötet haben. Anschließend rief er den Ermittlern zufolge selbst bei der Polizei an, gestand die Tat und flüchtete. Er wurde am frühen Samstagmorgen von Zeugen auf einem Campingplatz in Ammersbek erkannt. Die Polizei griff ihn schlafend und unbewaffnet in einem Transporter auf.

Die Oberstaatsanwältin erklärte, dass der Mann seit seiner Festnahme zwar Angaben zu der Tatwaffe gemacht, aber kein Geständnis abgelegt habe. „Zu dem Tatvorwurf hat er sich mit seinem rechtlichen Vertreter nicht geäußert“, sagte Hingst. Sein Notruf vom Tatort werde aber „als ein Beweismittel gewertet“, erläuterte sie. Dem Mann wird Tötung aus niederen Beweggründen vorgeworfen. Er habe sein Besitzrecht an seiner Ex-Freundin demonstrieren wollen. Sie hatte zuvor bereits eine einstweilige Verfügung mit einem Kontaktverbot gegen ihn erwirkt.

Das Verbrechen hat nicht nur bei der Bargteheider Bevölkerung für Entsetzen gesorgt. Vor dem Wohnhaus der jungen Frau in der Alten Landstraße haben Freunde des Opfers mittlerweile Blumen niedergelegt und Kerzen entzündet.

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