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Stormarner Tageblatt

01. Oktober 2016 | 19:12 Uhr

Herausforderung : SV Eichede: Eine „Herkulesaufgabe“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Vereinsboss Olaf Gehrken spricht im Interview über die aktuelle Situation des Fußball-Regionalligisten und über den Weg aus der Krise.

Das erhoffte Erfolgserlebnis blieb aus – wieder einmal. Nach dem 1:2 gegen den BSV Rehden am vergangenen Wochenende rutschte der SV Eichede auf den letzten Tabellenplatz der Fußball-Regionalliga Nord. Es war nach vier Punkten (ein Sieg, ein Remis) zu Saisonbeginn die sechste Niederlage in Folge. Im Stormarner Tageblatt spricht Vereinsboss Olaf Gehrken vor der Begegnung in Hildesheim (Sonntag, 15 Uhr) über die aktuelle angespannte Situation, Trainer Jörn Großkopf und den Weg aus der momentanen Krise.

Olaf Gehrken, wie viel Rückendeckung genießt Trainer Jörn Großkopf nach sechs Pleiten in Folge und dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz noch?

Das Wort „Rückendeckung“ will ich nicht kommentieren, den Trainer werde ich auch nicht in Frage stellen. Wir stecken in der Situation, dass wir eine Reihe von Spielen verloren haben. Das hätten wir uns natürlich anders gewünscht. Doch wir wussten ja auch, dass es solche Phasen geben kann.

Die Fußballwelt ist aber schnelllebig – wie man zuletzt bei Werder Bremen erleben musste. In welchem Fall würden sie umdenken?

Entscheidend ist immer die Zusammenarbeit zwischen Trainer und Mannschaft. Die gilt es, vom Verein zu bewerten. Klar ergeben sich dabei auch manchmal Konstellationen, die einen zum Handeln zwingen könnten. So etwas kann natürlich nicht ausgeschlossen werden. Doch ich bin mir sicher, dass der Kader mit Trainer Jörn Großkopf eine gute Rolle im Kampf um den Klassenerhalt spielen kann und wird.

Großkopfs Vorgänger Oliver Zapel soll einen besonderen Zugang zu den Spielern gehabt haben. Nachdem er in der Vorbereitung nach Großaspach in die 3. Liga gewechselt ist: Sind seine Fußstapfen vielleicht doch zu groß für Großkopf?
Den SV Eichede in der Regionalliga zu coachen ist eine Herkulesaufgabe. Auch ein Oliver Zapel ist in der Saison 2013/2014 mit aus der vierten Liga abgestiegen. Für Jörn Großkopf war es nicht einfach, in der Vorbereitung ein Team zu übernehmen, das von einem anderen zusammengestellt wurde. Ob der neue Trainer anders mit der Mannschaft kommuniziert, ist möglich. Es gibt da immer unterschiedliche Sichtweisen, subjektive Wahrnehmungen. Auch die Herangehensweise ans Training kann verschieden sein. Jörn Großkopf ist aber definitiv in der Lage, als Fußballlehrer gute Einheiten anzubieten.

Warum aber läuft es fußballerisch nach dem gelungenen Start in die Liga mit vier Punkten aus zwei Auswärtsspielen nicht mehr?

Um das klarzustellen: Auch in den ersten zwei Begegnungen waren schon Defizite zu sehen und wir haben in einigen Szenen Glück benötigt. Uns hängt aber insgesamt gesehen auch die kurze Sommerpause nach. In der SH-Liga und Aufstiegsrunde mussten die Spieler zuvor ja ans Limit und darüber hinaus gehen. Für Regeneration blieb kaum Zeit. Trotzdem hätten wir zum Beispiel gegen Braunschweig II einen Punkt verdient gehabt. Andererseits können wir mit den letzten beiden Spielen überhaupt nicht zufrieden sein, sondern schon fast froh, dass das Torverhältnis nicht noch schlechter geworden ist. Da gilt es anzusetzen. Es geht jetzt darum, stabilere Leistungen abzurufen, defensiv solidere Arbeit zu zeigen.

Sind die „Abschiebungen“ der Monteiro-Brüder oder Mats Facklams, der zwischen erster und zweiter Mannschaft pendelte, zielführend? Oder heizt das die angespannte Situation an?

Dass der Viertligakader reduziert werden soll, stand schon beim Amtsantritt von Großkopf fest. Durch die vielen Verletzungen hatte sich das nur verzögert. Nach der Rückkehr von zuletzt Kleine und Shtarbev habe ich darauf gedrängt, dass der Kader verringert wird. Wen es dabei getroffen hat, ist egal, das entscheidet die sportliche Leitung und Leistung.

Welche Hilfestellungen können Sie als Vereinsboss jetzt dem Team geben?

Jede, die gewünscht ist. Seit Beginn der Saison liegt der Fokus im Rahmen meiner Tätigkeit im Vorstand auf der Liga. Gespräche führen, ohne dabei die Belange der oberen Jugendmannschaften zu vernachlässigen.

Sonntag steht die Partie in Hildesheim an. Danach geht es im Ernst-Wagener-Stadion gegen Mitaufsteiger Egestorf-Langreder und dann zum FC St-Pauli II – drei Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel. Ist der SVE zum Siegen verdammt?

Wie gesagt: Wir wollen jetzt durch eine stabile Abwehrleistung den einen oder anderen Punkt einfahren. Richtungweisend waren aber auch zuvor schon die Partien gegen Lupo Martini Wolfsburg, Braunschweig oder Rehden. Deshalb ist es egal, wie der kommende Gegner heißt.

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