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Stormarner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 16:34 Uhr

Ausschreibungsergebnis : Superdeal für Stormarn

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Neuausschreibung des Busnetzes bringt 500 000 Euro Ersparnis pro Jahr. Landrat Henning Görtz freut sich: „Sensationell“

Mehr Leistungen zu einem günstigeren Preis. Damit hatten die Bürgermeister und Politiker aus Kreis und Städten nicht gerechnet, als sie die Neuausschreibung des Südstormarner Busnetzes vorbereiteten. Die Vorgaben waren klar: Es sollte keine Verschlechterungen, sondern Verbesserungen geben, aber es durfte auch nicht zu teuer werden. Umso überraschter war man, als das Ergebnis der europaweiten Ausschreibung vorlag. Die hatten die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) gewonnen, die auch heute dort fahren, allerdings zu einem Preis, der 500  000 Euro unter dem bisherigen liegt.

„Das ist ein sensationelles Ergebnis“, so Landrat Henning Görtz, „über die Laufzeit von zehn Jahren sind das fünf Millionen Euro.“ Die, beeilte sich der Landrat zu sagen, natürlich auch den Kommunen zugute kämen. „Es war mit ein Grund dafür, dass wir die Kreisumlage senken konnten.“

2,8 Millionen Euro zahlt der Kreis pro Jahr für die Busse. Die fahren vom Hamburg über Glinde, Oststeinbek, Reinbek und Trittau bis Basthorst und Kasseedorf. Der Stormarner Anteil beträgt 81 Prozent, Hamburg ist mit 15, der Kreis Herzogtum Lauenburg mit vier Prozent beteiligt. Im Vorfeld der Ausschreibung hatten sich Arbeitsgruppen aus Kreis, Städten und Gemeinden mit der künftigen Linienplanung befasst. „Wir haben die Schülerbeförderung auf komplett neue Füße gestellt und transparenter gemacht. In der Region gibt es heute Schülerverkehre in alle Richtungen“, so Björn Schönefeld aus der Kreisverwaltung, der die Ausschreibung mit den AGs vorbereitet hatte.

Die wichtigste Achse ist weiter die Verbindung Glinde – Steinfurther Allee, wo die Busse zu den Hauptverkehrszeiten ab Dezember im Fünf-Minuten-Takt fahren werden, „das ist einmalig im Hamburger Rand“, so Schönefeld. Zudem werden die Busse klimatisiert sein und über Video-Überwachung verfügen. Es gibt neue Linienführungen und ganz neue Linien, zum Beispiel die 133 von Neuschönningstedt über Glinde nach Billstedt oder die 433 von Trittau zum S-Bahnhof nach Aumühle. Dafür wurden die Tarifzonen so geändert, dass es nicht teurer ist als die direkte Busfahrt nach Hamburg.

Neu ist auch die 233 von Mümmelmansberg über Oststeinbek zur Steinfurther Allee mit Anbindung des Oststeinbeker Gewerbegebiets. „Das haben die Unternehmen sehr stark eingefordert“, so Oststeinbeks Bürgermeister Jürgen Hettwer. Für den „Umweg“ tritt die Gemeinde erst mal mit 18  000 Euro in Vorleistung. Nach zwei Jahren sollen die Fahrgastzahlen überprüft werden.

In Oststeinbek wohnt mit Toralf Müller auch einer der beiden VHH-Geschäftsführer. „Ich hätte es nicht ertragen, wenn ein anderes Unternehmen die 133 gefahren wäre“, so Müller: „Ich bin froh, dass wir das Netz gewonnen haben. Wir fahren seit 53 Jahren in Stormarn, haben 60 Busse und viel investiert. Für viele unserer Fahrer bedeutet der Vertrag, dass sie bis zur Rente fahren können.“

Für die Neuvergabe in Südstormarn hatte der Kreis zwei vorher getrennte Netze zusammen ausgeschrieben. Das sowie der lange Zeitraum von zehn Jahren würden den günstigen Preis mit erklären, so Jürgen Weingärtner (SPD) aus dem Kreisverkehrsausschuss. Zufrieden ist auch Heinrich Dierking vom Forum 21. Er hatte die Nachtbusline 619 in die Körbchen-Runde gebracht, die als einzige täglich fährt. Sie war zwar Teil der Ausschreibung, ab jetzt übernimmt aber der Kreis die jährlichen Kosten von rund 30  000 Euro.


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erstellt am 24.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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