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Stormarner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 18:29 Uhr

Bad Oldesloe : Strauß, Delfin oder Schneeeule ?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Zuschauer des Green-Screen-Naturfilmfestivals im Oldesloer Bürgerhaus hatten nach drei Filmen eine schwere Wahl.

Die Entscheidung, welcher Film ihr am besten gefallen hat, fiel ihr nicht leicht. Charlotte überlegte eine Weile, ob sie den Film mit der Schneeeule oder doch lieber den über die Delfine im Amazonas auf ihrer runden Green-Screen-Stimmkarte ankreuzen sollte. „Alle drei Filme waren toll, aber ich glaube, am besten haben mir doch die Schneeeulen gefallen“, sagte die Siebenjährige, die mit ihrer Schwester Emma (11) zu den rund 100 Besuchern des Green Screen Filmabends gehörte und fast drei Stunden lang ausharrte, um alle drei Naturfilme anzusehen.

Was den Zuschauern im Bürgerhaus geboten wurde, war überaus spannend und faszinierend. Wann kann man schon Schneeeulen erleben, die flinke Lemminge über sibirischen Eiswüsten jagen, oder geheimnisvolle rosa Delfine beobachten, die von Amazonas-Indianern für verzauberte Menschen gehalten werden?

Charlotte gehörte beim Green Screen Filmabend, bei dem auch über den mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis des sh:z (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag) abgestimmt wurde, nicht nur zu den jüngsten Zuschauern, sondern hatte mit ihrer Schwester Emma wohl auch die weiteste Anreise: Die beiden wohnen in der Schweiz. Zurzeit sind sie bei ihrer Oma in Brunsbek zu Besuch, die sich und ihren Enkeltöchtern das kostenlose Filmereignis nicht entgehen lassen wollte.

Begrüßt wurden die Gäste im voll besetzten Bürgerhaus von Irene und Hans Ulrich aus Eckernförde, die im Vorstand des Green-Screen-Fördervereins mitarbeiten. Stephan Poost, Redaktionsleiter des Stormarner Tageblatts, forderte die Zuschauer auf, ihr Kreuzchen auf der Stimmkarte zu machen, und in die Urne zu werfen. Am Ende der Green-Screen-Tour durch 14 Städte wird ausgezählt. Der Publikumspreis des sh:z und weitere auf der Preis-Gala des Festivals am 17. September in der Eckernförder Stadthalle verliehen.

Soley Waack (11) aus Nettelsee war begeistert von den außergewöhnlichen Naturfilmen, die sie sich zusammen mit ihrer Großtante Ortrud Krentz anschaute. „Ich bin schon das dritte Mal bei Green Screen dabei, Soley zum ersten Mal“, erzählt die Oldesloer Seniorin, die den Film über die Strauße am besten fand. Was nicht verwundert, denn der Film „Der Strauß – zum Laufen geboren“ bot nicht nur faszinierende Aufnahmen dieses größten Vogels in seiner Heimat, der Namib-Wüste, sondern auch neue Erkenntnisse über das Verhalten des bis zu 1,90 Meter hohen und 150 Kilogramm schweren Laufvogels. Nebenbei erfuhren die Zuschauer allerlei Superlative aus der Vogelwelt: Der Strauß hat die längsten Beine und den längsten Hals aller Vögel und legt die größten Eier: zwei Kilogramm schwer und 15 Zentimeter Durchmesser. Seine Augen sind mit fünf Zentimetern die größten aller Landwirbeltiere, und seine Schrittlänge beträgt bis zu acht Meter.

Strauße sind die schnellsten Zweibeiner der Welt und können bei Gefahr mit ihren scharfen Krallen sogar einen Löwen töten. Ein Mythos ist es allerdings, dass der Strauß bei Gefahr seinen Kopf in den Sand steckt.

Kamen die Zuschauer bei diesem ersten Film schon nicht mehr aus dem Staunen heraus, gab es beim zweiten Beitrag mit dem Titel „Tiermythen – Die Kinder des rosa Delfins“ viele unheimliche und faszinierende Mythen und Märchen zu sehen und zu hören. Denn über den Boto, den geheimnisvollen rosa Flussdelfin des Amazonas, ist bisher fast nichts bekannt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Mythen über ihn ebenso unheimlich sind wie der Urwald, in dem die Indianer in Eintracht mit der oft brutalen und gnadenlosen Natur leben.

Denn um die „grüne Hölle“ ertragen zu können, brauchen die Menschen Märchen und Mythen. Für sie ist der Boto Wächter und Beschützer, der sich auch mal in einen Menschen verwandeln kann. Spannend wurde es auch, wenn der gefährliche Jaguar, die riesige Anakonda, ein Faultier oder eine tückische Fransenschildkröte ihren Auftritt hatten – faszinierende Bilder, bei denen dem ein oder anderen Zuschauer der Atem stockte.

„Ich bin zum ersten Mal beim Green Screen dabei und muss sagen, ich bin wirklich begeistert. Die Aufnahmen sind einmalig, was müssen die Filmemacher für eine Geduld haben. Es ist toll, dass uns das hier in Bad Oldesloe geboten wird“, sagte Eva-Maria Droysen, der der letzte Film über die Reise der Schneeeulen besonders gut gefallen hat. Die 88-Jährige gehörte zu den ältesten Zuschauern und war gebannt bis zur letzten Filmminute.

Die drei Stunden vergingen dann doch fast wie im Flug, und die Entscheidung, welcher Film nun der beste war, fiel schwer. Lieselotte Meincke entschied sich für die Schneeeule, ihr Mann Friedrich Wilhelm Meincke hatte eine andere Wahl getroffen, die er aber nicht verriet. „Alle drei Filme waren gut. Für uns beide war es die ideale Beschäftigung an einem Freitagabend“, sagte die Oldesloerin.

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erstellt am 14.Aug.2016 | 19:34 Uhr

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