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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 03:23 Uhr

Bad Oldesloe : Stormarns kulturelles Erbe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Stormarner Kreisarchiv digitalisiert alte Oldesloe-Bilder. Als visuelle Zeitreise sind die Fotos bequem daheim per PC abrufbar.

Bad Oldesloe in den 1950er bis 1980er Jahren. Schnappschüsse von Willy Brandt (1965), Franz Joseph Strauß (1961) auf Wahlkampftour, dem Dicken mit der Zigarre – Ludwig Erhard (1960) – oder John F. Kennedy auf dem ersten Schwarz-Weiß-Fernsehapparat. Alle waren sie vor der Linse des Oldesloer Fotografen Hans Mallek. Die Kreisstadt also als ein Tor zur Welt. Aber auch die kleinen alltäglichen Situationen wie Straßenzüge der Oldesloer Innenstadt oder Feiern hielt er fest.

Der Fotojournalist hatte ein besonderes Gespür dafür, in den richtigen Momenten am richtigen Ort zu sein. Rund 800 Filme entstanden, die allesamt im Kreisarchiv Stormarn verwahrt werden. Anfangs noch in Schwarz-weiß, später in Farbe, sind wichtige Momente in den Fotografien konserviert, wie die Vereidigung der Stadträte 1965 und 1970, die Pfingsten-Ralley 1972 auf dem Trave-Ring, die Panzer der Bundeswehr 1965 auf dem Exer, das Beste-Hochwasser 1962 oder das traditionelle Karpfenfest in Reinbek „Die Bilder haben als Quelle eine hohe Bedeutung für die Stadtgeschichte Bad Oldesloes, das Umland und den gesamten Kreis“, sagt Archiv-Mitarbeiterin Sarah Walter.

Genau deshalb sei es so wichtig, dass die Bilder auch für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Dafür hat das Kreisarchiv digitale Versionen der Fotos hergestellt, sprich gescannt und in der Datenbank des Archivs gespeichert. Das Land Schleswig-Holstein förderte das Projekt mit 3000 Euro. So können sich nun alle, die daran Interesse haben, die alten Fotografien bequem über den PC-Bildschirm von zu Hause aus ansehen.

Die teilweise vor über 60 Jahren entstandenen Bilder spiegeln nicht nur das Leben in der Kreisstadt, sondern auch die Nachkriegszeit bis Anfang der 1980er Jahre eindrücklich wider. Eine kleine visuelle Zeitreise, die durch die Bilder des Hobbyfotografen möglich wird, Motive aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sportgeschehen. Mallek ließ sich vor Ort als Fotograf ausbilden und verkaufte viele seiner Bilder erfolgreich an die Presse, als freier Mitarbeiter des Oldesloer Tageblatts von den 1960er Jahren an. Auch heute noch ist Mallek vielen bekannt durch seine Foto- und Videoaufnahmen.

„Der Fotojournalist kam selbst als Flüchtling nach Stormarn. Seine Bilder sind auch deshalb sozialgeschichtlich interessant, wenn es beispielsweise um die Dokumentation des Lebens der Flüchtlinge im Kreis nach Ende des Zweiten Weltkriegs geht“, erläutert Kreisarchivar Stefan Watzlawzik. Denn Stormarn war in Schleswig-Holstein einer der Kreise mit dem höchsten Flüchtlingsaufkommen. Somit haben Flüchtlinge die Entwicklung des Kreises schon immer geprägt.

>Interessierte können die Bilder von Hans Mallek online über das Findbuch des Kreisarchivs (www.kreisarchiv-stormarn.findbuch.net) anschauen unter dem Stichwort „Nachlässe“.


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