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Stormarner Tageblatt

06. Dezember 2016 | 17:07 Uhr

Ahrensburg : Stormarner sind seltener krank

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die DAK legt die Statistik für 2015 vor: Während die Zahl der Krankheitstage bundesweit stieg, blieb sie im Kreis auf niedrigem Niveau.

Die Menschen in Stormarn melden sich weniger häufig krank als andere. Während die Quote in Deutschland um 0,2 auf 4,1 Prozent und im Land von 3,9 auf vier Prozent stieg, blieb sie bei den DAK-Versicherten in Stormarn konstant bei 3,8 Prozent. Noch niedriger war die Quote mit 3,7 in Neumünster, in Segeberg und Lübeck liegt sie bei 4,2, in den Kreisen Plön und Ostholstein sogar bei 4,5 Prozent.

Auch bei den Erkrankungen unterscheidet sich Stormarn vom Landesschnitt. Die Grippewelle hatte 2015 alle Schleswig-Holsteiner gleich getroffen, von Infekten wurden die Stormarner aber wesentlich seltener flachgelegt (67 statt 75 Fehltage). Auch verletzten sich Stormarner weniger oft (134 statt 164), und bei den psychischen Erkrankungen ging die Zahl der Fehltage sogar gegen den Trend zurück – von 293 auf 265 Fehltage.

Eine Erklärung dafür hat DAK-Regionalchef Hans-Werner Harmuth nicht, aber eine Vermutung: „Vielleicht liegt es an der guten Versorgungssituation für psychisch Erkrankte im Kreis Stormarn.“ An erster Stelle der Statistik stehen mit 300 Fehltagen weiterhin Erkrankungen im Muskel–Skelett-System, gefolgt von psychischen und Erkrankungen des Atmungssystems. Fast 43 Prozent aller Fehltage werden von 3,6 Prozent Langzeit-Erkrankten „produziert“.

„Wer länger als drei Monate krank ist, findet unheimlich schwer in die Arbeitswelt zurück“, ist ein Erfahrungswert von Dr. Bernd Hanke, Betriebsarzt für die Springer- und die Prinovis-Druckerei in Ahrensburg. Zudem beklagt er, dass lange Wartezeiten auf Facharzt-Termine eine Krankheit unnötig verlängern würden. „Wenn sich Versicherte an uns wenden, versuchen wir, Facharzt-Termine zu vereinbaren. Das klappt, wenn es nicht ein Experte direkt um die Ecke sein muss,“ sagt Harmuth. Zudem biete die DAK seit neuestem eine medizinische Beratung im Videochat an. „Da wird keine Diagnose gestellt, aber es können Fragen schnell von zu Hause aus geklärt werden“, so Harmuth.

Die Krankenkassen bieten auch Unterstützung bei der betrieblichen Wiedereingliederung von Langzeiterkankten an sowie bei präventiven Angeboten. „Die Unternehmen haben erkannt, dass Prävention sein muss“, so Harmuth, gut angenommen werde alles, was in der Arbeitszeit gemacht werden könne. „Wenn Mitarbeiter wichtiger werden, weil man keine Fachkräfte mehr bekommt, bemüht man sich auch mehr um sie“, stellt Landrat Henning Görtz Präventionsangebote und geringen Krankenstand mit den niedrigen Arbeitslosenzahlen im Kreis in Zusammenhang.

Die Kreisverwaltung hat seit ein paar Jahren ein Gesundheitsmanagement, auf den Krankenstand hat sich das aber noch nicht signifikant ausgewirkt.

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erstellt am 25.Okt.2016 | 12:47 Uhr

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