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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 07:09 Uhr

Bad Oldesloe : St. Jürgen im normalen Verfahren

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Rechtsanwalt Dr. Thies zum Insolvenzverwalter bestellt. Auch Matthias Schröder hat den Stiftungsvorstand verlassen.

Für die Stiftung Hospital St. Jürgen hat das Amtsgericht Reinbek die Eigenverwaltung aufgehoben und den bisherigen Sachwalter Rechtsanwalt Dr. Tjark Thies aus Hamburg zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Als Grund nennt Horst Möller, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, eine Erkrankung der Rechtsanwältin Sigrun Römer, die im Verfahren der Eigenverwaltung die Generalbevollmächtigte war.

„Wir haben vorher auch alles mit Herrn Thies abstimmen müssen. Insofern hat sich nicht viel geändert“, so Möller. Als Sachwalter war es Thies’ Aufgabe, die Interessen der Gläubiger zu vertreten. Mitte Juli war das Haus am Kirchberg geräumt und den rund 40 Mitarbeitern gekündigt worden. Und das Amtsgericht Reinbek hatte das vorläufige Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung angeordnet.

An den Zielen hat sich nichts geändert. Die mit rund 800 Jahren älteste Stiftung Oldesloe möchte die Gebäude am Kirchberg verkaufen, um aus dem Erlös die aufgelaufenen Schulden durch den Betrieb des Pflegeheims zu begleichen. „Wenn uns das gelingt und wir nicht auch die landwirtschaftlichen Flächen im Besitz der Stiftung veräußern müssen, kann die Stiftung bestehen bleiben“, so Möller. Stiftungszweck sei ja nicht der Betrieb eines Pflegeheims, sondern die Unterstützung bedürftiger älterer Oldesloer

Mit dem Wechsel vom eigenverantwortlichen in das normale Insolvenzverfahren hat auch Matthias Schröder sein Mandat im St.-Jürgen-Vorstand zurückgegeben. Damit lassen SPD, Grüne und FBO ihre Plätze frei, aus dem neunköpfigen ist nun ein fünfköpfiger Vorstand geworden – der aber ohnehin keine Entscheidungen mehr treffen darf.

Matthias Schröder will sich auch aus der Kommunalpolitik zurückzuziehen und das Stadtverordnetenmandat ebenfalls niederlegen. „Herr Schröder hat sicher am wenigsten zu den Fehlentscheidungen des Stiftungsvorstands beigetragen, ist er doch erst 2013 dazugekommen, als die Stiftung schon in der Krise steckte“, sagt FBO-Fraktionsvorsitzende Patricia Rohde.

So lange die Hauptverantwortlichen der vergangenen Jahre im Amt blieben „werden wir keine Nachbesetzung vornehmen“, so Rohde. Man könne es derzeit „sicher niemandem zumuten, mit Rainer Fehrmann und Horst Möller von der CDU zusammenarbeiten zu müssen, die die Pleite trotz jahrelanger Warnungen gezielt herbeigeführt haben“, erhebt Patricia Rohde schwere Vorwürfe und fordert den Rücktritt von Horst Möller und Rainer Fehrmann.

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erstellt am 23.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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