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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 01:30 Uhr

Reinfeld : Sportler machen Dampf

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der SV Preußen möchte den alten Standort der Sportstätten erhalten und drängt auf schnelle Sanierung.

Der Sportplatz des SV Preußen Reinfeld bietet nicht nur in diesen trüben Novembertagen ein trauriges Bild: Rasen überwuchert die marode Laufbahn, der Platz ist durchnässt und kaum bespielbar, die Umkleidekabinen und Duschen im Keller stammen aus den 1960er Jahren und sind längst sanierungsbedürftig.

Der Vorstand des beliebten Breitensportvereins mit fast 3000 Mitgliedern hat jetzt einen offenen Brief an die Stadtverordneten geschrieben, um nochmals um eine schnelle Entscheidung zu bitten. Laut Vorsitzendem Adelbert Fritz steht das Thema Sanierung bereits seit drei Jahren im Raum. Die Politik habe zwar das Problem erkannt, jedoch noch keine Maßnahmen getroffen. Statt dessen kam die Diskussion auf, ob ein Umzug an den Ortsrand sinnvoll wäre. „Es werden nur notwendigste Erhaltungsarbeiten ausgeführt. Der Zustand der Anlage und des Gebäudes wird immer schlechter“, moniert er.

Für das Haushaltsjahr 2016 sollte laut Fritz ein Betrag von 900  000 Euro eingestellt werden. Doch nichts sei passiert. Die Unfallgefahr vor allem auf der Laufbahn steige stetig. Der SV Preußen wolle aber nicht nur Forderungen stellen, sondern tatkräftig bei der Konzeption der Sanierung mithelfen. Fritz betont: „Wir sprechen uns für den Erhalt der Sportanlagen am bisherigen Standort aus.“ Er wünscht sich einen Kunstrasenplatz. Dadurch würde auch die gefürchtete Lärmbelästigung für die Anwohner geringer. 1920 wurde das Gelände von Dr. Mahlmann gestiftet. Seit dieser Zeit habe sich der Platz in der Ortsmitte und in der Nähe zur heutigen Immanuel-Kant-Schule und der Grundschule bewährt. Der SV Preußen wolle in „vernünftigem Rahmen“ seine anerkannte Jugend- und inzwischen auch Flüchtlingsarbeit fortsetzen.

Bürgermeister Heiko Gerstmann weiß um die Probleme des Vereins und kann sie „auch voll und ganz nachvollziehen“. Leider aber könne die Verwaltung nicht zaubern, ihm seien die Hände gebunden, die Mittel ständen momentan nicht zur Verfügung, weil das Rettungszentrum dringend saniert werden müsse – eine gesetzliche Auflage der Unfallkasse, die die Stadt nicht ignorieren könne.

Ihm sei bewusst, wie wichtig der Sportverein vor allem für die Jugend sei. „Meine persönliche Ansicht ist, dass der Sportplatz an seinem jetzigen Standort bleiben sollte“, sagt er. Das Lärm-Argument könne er nicht nachvollziehen, weil die Sportstätte schon seit Jahrzehnten und vor der Besiedelung gebaut worden sei. Andererseits müsse die Stadt 540 neue Wohnungen schaffen – eine Kreisauflage, um dem Bedarf gerecht zu werden. Dafür würde sich die Sportplatzfläche eignen. Der Kreis würde, so Gerstmann, einem Umzug wahrscheinlich zustimmen, wenn die alte Fläche eng bebaut würde. Mit dem Lärm gebe es am neuen Standort weniger Probleme, er liege aber auch an einer Biotop-Verbundachse. Er könne sich eine Sanierung der alten Sportanlage in kleinen Schritten vorstellen.

WIR und Grüne favorisieren ebenfalls den jetzigen Standort. Die Grünen drängen auf eine eilige Instandsetzung – ebenfalls in kleinen Schritten. Die veranschlagten 9 Millionen Euro für den neuen Platz würden das Vorhaben aufgrund der Haushaltslage auf Jahre verzögern. „Das Konzept soll dem Ausschuss im 1. Quartal 2017 vorgelegt werden“, fordert Geert Karnick von den Grünen. Nicht realisierbar, kontert Gerstmann. Sollte man in ein nicht barrierefreies Sportlerheim investieren, oder statt dessen lieber ein neues bauen?, fragt Lorenz Hartwig (CDU). Die SPD hat sich noch auf keinen Standort festgelegt. Über die Standortfrage soll erst Mitte Dezember entschieden werden. Gerstmann: „Dann sind wir einen Schritt weiter.“

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erstellt am 25.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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