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Stormarner Tageblatt

06. Dezember 2016 | 17:03 Uhr

Ahrensburg : SPD-Kandidat: Tobias von Pein oder Benjamin Freitag?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im Wahlkreis Stormarn Mitte kann sich die SPD zwischen zwei jungen Bewerbern entscheiden

Wenn die Sozialdemokraten am 9. September ihren Landtagskandidaten für den Wahlkreis Stormarn-Mitte küren, wird es spannend. Tobias von Pein will erneut in das Kieler Parlament einziehen. In den Landtag möchte aber auch der Kreistagsabgeordnete Benjamin Freitag. Bis zur Kandidatennominierung am 9. September um 19 Uhr im Ahrensburger Peter-Rantzau-Haus könnten theoretisch noch weitere Bewerber ihren Hut in den Ring werfen.

Den Wahlkreis 30 – Ahrensburg, Ammersbek, Großhansdorf und die Ämter Siek und Trittau – hatte 2012 Tobias Koch wieder für die CDU gewonnen. Tobias von Pein, gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann und Seminarleiter beim DGB, hatte 34,9 Prozent der Stimmen bekommen und mit Platz 17 auf der Liste eigentlich keine Chance auf ein Mandat. Zwei SPD-Abgeordnete gingen dann allerdings als Staatssekretäre in Kabinett von Torsten Albig, so dass von Pein nachrückte.

Mit dem 31-jährigen Benjamin Freitag gibt es nun einen Konkurrenten im gleichen Alter. Und nicht nur das. Freitag, 1985 in Bad Oldesloe geboren, ist ebenso wie von Pein in Lütjensee aufgewachsen. Die beiden kennen sich schon aus Kita- und Schulzeiten. „Ich habe auch ein bisschen dazu beigetragen, dass Benjamin Freitag in die SPD eingetreten ist“, sagt von Perin, „wir haben immer gut zusammengearbeitet.“

Von der „Gegenkandidatur“ erfuhr er allerdings erst über Dritte. „Ich nehme es sportlich und denke, dass ich die besseren Argumente habe. Ich nehme für mich in Anspruch, dass ich den Wahlkreis gut in Kiel vertreten habe und auch in Stormarn oft präsent war“, sagt von Pein der mittlerweile in Ahrensburg wohnt. Als politische Schwerpunkte nennt er Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik („Das war schon immer mein Lieblingsthema, und da kann Kiel von Stormarn lernen“) sowie „Chancengleichheit von Anfang an“ vor allem durch berufliche Bildung.

Benjamin Freitag lebt in Reinfeld. In der Kommunalpolitik engagiert er sich bereits seit zwölf Jahren, ist zurzeit Geschäftsführer, Presse- und jugendpolitischer Sprecher der Kreistagsfraktion. Ihm geht es bei seiner Kandidatur um Grundsätzliches, wenn er sagt: Es läuft gerade so einiges falsch in der SPD. Wir haben nur noch Kandidaten, die keinerlei Berufserfahrung mehr haben. Viele richten ihr Leben nur auf eine politische Karriere aus und wollen direkt nach dem Studium ins Parlament. Sie verlieren dabei ihre klare Linie,“ sagt Freitag.

„Mir war es immer wichtig, außerhalb der Politik Erfahrungen zu sammeln. Entscheidungen müssen Hand und Fuß haben und dürfen nicht von oben herab getroffen werden“, so Freitag, der nach dem Abitur 2005 er eine Ausbildung bei der Arbeitsagentur absolvierte, wo er bis Ende 2010 tätig war. Parallel studierte er ab 2007 Sozialökonomie an der Universität Hamburg und machte 2010 den Bachelor: „Ich habe bei der Agentur Erfahrungen gesammelt, die ich kritisch ins Studium eingebracht habe und umgekehrt. So war es möglich über den Tellerrand hinauszugucken und zu prüfen, ob die Theorie auch in der Praxis wirkt.“ 2011 wechselte Freitag in die freie Wirtschaft, wo er im Vertrieb sowie im Finanz und Rechnungswesen arbeitet. Nebenberuflich studiert er jetzt Soziologie und Volkswirtschaft im Master.

Seine Schwerpunkte liegen in der Jugendpolitik, vor allem in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie in der Wirtschaft, wo es ihm sowohl um die Verteilung von Vermögen geht als auch um Frage, mit welchem Geld Angebote kostenlose Kita-Plätze denn finanziert werden sollen.

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erstellt am 17.Aug.2016 | 17:04 Uhr

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