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Stormarner Tageblatt

02. Dezember 2016 | 19:06 Uhr

Bad Oldelsoe : Sicherheit groß geschrieben

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Waldorfkindergarten wehrt sich gegen Sicherheitsvorwürfe. „Das war schon kränkend“, stellt Leiterin Maike Keibel klar.

„Unsere Eltern waren ganz entspannt, die kennen uns, die vertrauen uns. Aber ich habe diese Woche schlecht geschlafen“,sagt Maike Keibel, Leiterin des Waldorfkindergartens am Rümpeler Weg. Kein Wunder, wenn man morgens die Zeitung aufschlägt und dort lesen muss, dass die CDU die sofortige Schließung der Einrichtung wegen angeblicher Lebensgefahr fordert. „Einige Kolleginnen haben mich angesprochen, ob sie überhaupt noch einen Job haben“, so Keibel: „Es war schon kränkend, dass uns unterstellt wird, dass wir nicht aufpassen.“

Hintergrund der scharfen Kritik von CDU-Seite war ein Ortstermin des Bauausschusses im September. Ursprünglich war geplant, das Haus energetisch zu sanieren. Wenn schon sanieren, dann aber bitte richtig – dachte man sich beim Waldorf-Trägerverein und machte deutlich, dass der Kindergarten Krippenplätze benötigt, um zukunftsfähig zu sein. Die Politiker verschafften sich einen Eindruck und für Uwe Rädisch (CDU) war damals schon klar: „Abreißen!“ Eine Sanierung sei unwirtschaftlich. Als es einen Monat später darum ging, entsprechende Haushaltsmittel bereitzustellen, kamen die Christdemokraten mit ihren Sicherheitsbedenken und forderten die kurzfristige Sperrung.

„Es ist zu klein. Wir sind Meister im Improvisieren und trotzdem bin ich manchmal genervt, weil es nicht optimal ist“, gesteht Leiterin Keibel, aber auf die Sicherheit lässt sie nichts kommen. „Selbstverständlich haben wir hier Kontrollen und den Brandschutz regelmäßig im Haus, der uns bestätigt, dass alles in Ordnung ist“, pflichtet ihr Vorstandsmitglied Sonja Mahr bei. Gleich nach der Sitzung sei eine Vertreterin der Bauaufsicht kontrollieren gekommen. Ergebnis: Keine Beanstandungen, der Kindergarten wird nicht geschlossen.

Konkret war von Uwe Rädisch die Elektroinstallation gerügt worden. Für die Kitabetreiber völlig unverständlich. „Die ist im Obergeschoss neu“, stellt die Leiterin klar. Das sei auch deutlich zu erkennen, weil die Leitungen auf Putz in entsprechenden Kabelkanälen verlegt wurden. Was auf dem Dachboden an alten Strippen zu sehen sei, müssten Überreste der ehemaligen Antennenanlage sein. Der ebenfalls kritisierte Einsatz von Holz und Kerzen ist für die Waldorfpädagogen nicht verhandelbar. „Mit so viel Holz werden wir auch in einem Neubau arbeiten“, erklärt Erzieherin Carola Stiem: „Es gibt keinen Waldorfkindergarten, der keine Kerze auf dem Esstisch stehen hat.“ Natürlich alles innerhalb der Vorschriften. „Dann ist immer eine Erzieherin in der Nähe und verlässt auch nicht den Raum“, macht die Leiterin klar. Elektrische Lichterketten hingegen seien aus Sicherheitsgründen verboten – die findet man am Rümpeler Weg auch nicht.

Die Debatte haben Personal und Trägerverein zum Anlass genommen, Sicherheitsfragen zu beraten. „Wir arbeiten da sehr strikt im Vorstand“, sagt Sonja Mahr. Nach den Herbstferien findet deshalb eine Brandschutz-Übung statt.

Trotz aller Aufregung begrüßt man in der Waldorfinitiative, dass über den Zustand der städtischen Immobilie diskutiert werde. Sonja Mahr: „Dass der Bauausschuss das Haus besichtigt hat, war großartig.“ Ausdrücklich wurde die gute Zusammenarbeit mit dem Bauamt gelobt. Jetzt gelte es, die nächsten Schritte in „moderater Kommunikation“ gemeinsam in Angriff zu nehmen.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 14.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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