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Stormarner Tageblatt

05. Dezember 2016 | 03:28 Uhr

Seepferdchen : Schwimmen lernen - und der Kreis zahlt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

5000 Euro aus dem Kulturetat für Ferienkurse für 100 Kinder, die mitmachen

„Wer von euch kann denn schon schwimmen?“, fragt Verena Lemm, Geschäftsführerin des Kreisportverbands in die Runde. Einige Kinder recken ihre Arme hoch. „Wer kann denn schon tauchen?“, will sie wissen. Es sind deutlich weniger Arme, die da noch oben sind. „Und wer hat hier Spaß?“ Da schnellen alle Arme hoch.

Ortstermin im Oldesloer Travebad: Eigentlich ist das Hallenbad noch wegen Wartungsarbeiten geschlossen. Aber 15 Steppkes im Grundschulalter dürfen trotzdem rein. An zehn Terminen während der Sommerferien sollen sie bei Markus Kratz, Sportlehrer beim KSV, und Erika Dinse, Vorsitzende des Kreissschwimmverbands, Schwimmen lernen und ihr Seepferdchen-Abzeichen erlangen. „Ich verteil’ jetzt noch mal die Fische und jeder holt einen hoch“, ruft Markus Kratz seinen Schützlingen zu. Es dauert nicht lange, da hat jedes Kind eines der Tauchutensilien vom Beckenboden geholt.

Der Kreis hat diesen Schwimmkursus möglich gemacht. Insgesamt wurden in Oldesloe drei Lehrgänge angeboten, in Stapelfeld und Barsbüttel jeweils zwei. Die Anmeldezahlen hätten für deutlich mehr Kurse gereicht. Auf Antrag der CDU hatte der Kreis-Sportausschuss 5000 Euro bewilligt, um Kindern während der Sommerferien die Teilnahme an Schwimmkursen zu ermöglichen. „Der Trend ist leider da, dass immer mehr Kinder nicht schwimmen können“, begründet Kirstin Krochmann, sportpolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion, den Vorstoß. Ausschussvorsitzende Sigrid Kuhlwein (SPD) stimmt ihr zu: „Eigentlich ist es doch schlimm, dass Kinder mit sechs Jahren noch nicht schwimmen können. Die Schulen haben mir gesagt, dass es immer weniger Bahnen gibt und sich immer weniger Lehrer die Zeit für Schwimmunterricht nehmen.“ Da gab es schnell eine breite Mehrheit für die Bewilligung der Mittel und mit dem Kreissportverband stand auch ein kompetenter Partner bereit. „Das ist eine Sache, der wir uns gleich angenommen haben“, sagt Vorsitzender Adelbert Fritz. In der Praxis war es dann aber doch nicht einfach, das Vorhaben umzusetzen, ergänzt Geschäftsführerin Lemm: „Wir mussten erst mal Bäder finden, die während der Sommerferien geöffnet sind.“ Die Suche nach Kursleitern, die die Aufgabe für eine Aufwandspauschale übernehmen wollten, gestaltete sich kompliziert. „15 Kinder und zwei Kursleiter – das ist schon schwierig zu handeln“, so Lemm. Während einige Kinder sich nicht mal trauten, einen Finger ins Wasser zu stecken, tollten andere schon durchs Becken. Am Ende der zehn Unterrichtseinheiten sollen die Kinder 25 Meter schwimmen, einen Ring vom Beckenboden holen und vom Ein-Meter-Brett springen können. „Das ist schon supersportlich“, räumt Verena Lemm ein. Nicht alle Teilnehmer schaffen es. Für weiterführende Kurse werden sie an die örtlichen Schwimmvereine verwiesen.

„Das sollten wir nächstes Jahr wiederholen“, findet Adelbert Fritz. Angesichts der vielen Anmeldungen stößt er da bei der Politik auf offene Ohren. Mit einer kleinen Einschränkung von Sigrid Kuhlwein: „Das kann auf Dauer nicht zu lasten des Kulturetats gehen!“ Ein Signal, das auch bei den Christdemokraten angekommen ist.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 31.Aug.2016 | 13:01 Uhr

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