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Stormarner Tageblatt

06. Dezember 2016 | 09:22 Uhr

Bad Oldesloe : Schöne Lesestunde für Jung und Alt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In Bad Oldesloe besuchten TSS-Schüler ein Alten- und Pflegeheim. Der AOK-Landesdirektor kam als Lesepate in einen Kindergarten.

Gestern war bundesweiter Vorlesetag, Deutschlands größtes Vorlesefest. Auch in Stormarn gab es jede Menge Leseaktionen in Schulen und Kitas, aber auch in Altenheimen. Hintergrund des von der Stiftung Lesen und der Stiftung Deutsche Bahn initiierten Vorlesetages ist neben der Freude am Lesen und Zuhören natürlich auch die Förderung der Lesekompetenz.

Die Klasse 7a (Integrationsklasse) der Theodor-Storm-Schule (TSS) besuchte gestern das in der Nachbarschaft gelegene Alten- und Pflegeheim „Stadtgarten“. In der Pflegeeinrichtung teilten sich die 19 Mädchen und Jungen in drei Gruppen auf und besuchten verschiedene Stationen.

In der „Lindenallee“ warteten bereits mehrere Bewohner auf die jungen Gäste, die sich an zwei großen Tischen niederließen. Einige Senioren lauschten den Geschichten der Schüler auch in ihren Rollstühlen sitzend oder liegend. Aus dem Mutgeschichtenbuch „Ich schenk dir eine Geschichte“ lasen Vanessa, Laura, Liam, Daniel und Laura die Geschichte „Ein Brief aus Indonesien“ von Regina Rusch vor, und zwar immer abwechselnd, damit es nicht langweilig wurde. Eine Ärztin erzählt in einem Brief von Kin-
dern, die den Tsunami überlebt haben und dadurch traumatisiert sind. Kein leichter Stoff, aber spannend und alles andere als langweilig.

„Wir haben festgestellt, dass beim Vorlesen großer Bedarf besteht“, sagte Kerrin Reinhardt. Bewusst habe man Geschichten aus der Lebenswelt der Schüler ausgewählt, so die Deutschlehrerin. Für die Schüler war es neben dem Lesetraining auch eine ganz neue Erfahrung, mal nicht im Klassenzimmer, sondern in einem Pflegeheim zu lesen mit Zuhörern, die häufig die Augen geschlossen hatten – am Ende aber begeistert Beifall klatschten.

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„Jeden Morgen wurde Petterson geweckt, weil Findus auf ihm herumhüpfte oder ihm die Nase eindrückte oder mit seinem großen Zeh kämpfte.“ Gebannt lausch-ten die Mädchen und Jungen der Bad Oldesloer Kita „Ehmkenberg“ den Erlebnissen von Pettersson und Findus. Lesepate war AOK-Landesdirektor Thomas Haeger. Und das aus gutem Grund: „Wir wollen Begeisterung für das Lesen wecken und mit dazu beitragen, dass Kindern auch in der Familie regelmäßig vorgelesen wird. Zum Vorlesen braucht es nicht viel, aber Vorlesen leistet einen wichtigen Beitrag, damit Kinder gesund aufwach-sen“, so Haeger.

Wenn Vorlesen zum Familienalltag gehört, entwickeln auch kleine Kinder Interesse an Geschichten und bekommen Lust, selbst lesen zu lernen. „Vorlesen regt nicht nur die Fantasie der Kinder an und erweitert den Wortschatz, es trägt auch zum Austausch zwischen Eltern und Kindern bei und fördert Gespräche in der Familie“, betonte Haeger. Bereits im Kindergarten werden entscheidende Weichen dafür gestellt, die Freude am Lesen zu entwickeln.

Kindern, denen nicht regelmäßig vorgelesen wird, fehlt eine wichtige Unterstützung für ihre sprachliche Entwicklung. Das hat zur Folge, dass in Schleswig-Holstein 2015 Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren mehr als 28  150 Verordnungen über sprach-therapeutische Leistungen erhielten. „Das muss nicht sein, wenn das Lesen einen festen Platz im Kinderzimmer hat“, so der Landesdirektor.

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erstellt am 18.Nov.2016 | 10:07 Uhr

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