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Stormarner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 14:33 Uhr

Bad Oldesloe : Rekord in Rethwischfeld

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Abschluss der Krötenwanderung: 3596 Amphibien wurden bei einer Zaunlänge von gut 200 Metern von Freiwilligen über die Straße getragen.

Zum Schutz von Erdkröte und Co. waren von Helfern und Mitgliedern des Naturschutzbundes (Nabu) Bad Oldesloe Froschzäune an Straßen mit besonders intensiver Froschwanderung errichtet worden, um zu verhindern, dass die Kröten, Frösche und Molche auf dem Weg zu ihren Laichgewässern überfahren werden. An diesen Zäunen wurden in Abständen von etwa zehn Metern Fangeimer eingegraben, jeden Morgen die gefangenen Amphibien gezählt und auf der anderen Straßenseite in der Nähe ihres Fortpflanzungsgewässers ausgesetzt. Das Amphibien-Monitoring soll dazu beitragen, dass an besonders stark frequentierten Strecken dauerhafte Leitanlagen erstellt werden. In diesen Tagen werden die Zäune wieder abgebaut.

Rekordergebnisse meldet Jörg Ruschke aus der Rehkoppel in Rethwischfeld: 3596 Amphibien bei einer Zaunlänge von gut 200 Metern. Wegen der kalten Witterung im März, wo kaum Kröten wanderten, konzentrierte sich die Wanderung auf Anfang April.

Allein in der Nacht vom 3. zum 4. April waren es 1122 Amphibien. Das ist fast ein Drittel des Bestands. An dieser Strecke lohnt sich eine feste Amphibien-Leitanlage mit Tunneln, wie es sie beispielsweise bei Nütschau gibt. „Wir werden jetzt Gespräche führen und Anträge stellen“, kündigt Klaus Graeber vom Nabu an. Aus Bargteheide meldet Kerstin Kommer etwa 280 Amphibien, an der Straße von Elmenhorst nach Fischbek trug Frank Fischer 439 Tiere über die Straße. Graeber: „An dieser Stelle gab es einen leichten Rückgang des Bestands, was wir mit Bauarbeiten am Laichgewässer im vergangenen Jahr erklären.“

Insgesamt haben die freiwilligen Helfer 50 Arbeitsstunden für den Auf- und Abbau der Zäune und etwa 100 Arbeitsstunden für die Kontrolle und den Transport der Amphibien über die Straße geleistet. „Mehr können wir leider nicht leisten, obwohl wir natürlich wissen, dass es viele weitere Stellen gibt, wo Amphibien die Straßen queren“, so der Vorsitzende.

Bei der Rückwanderung können die Tierschützer nicht helfen, weil sie sich über einen langen Zeitraum hinzieht. Zum Glück sind die Verluste dabei geringer, weil die Frösche und Kröten bei den wärmeren Temperaturen viel schneller sind. Graeber: „Dennoch bitten wir alle Autofahrer in den nächsten Wochen auf den betroffenen Straßen um besondere Rücksicht.“

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 23.Apr.2016 | 08:00 Uhr

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