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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 15:00 Uhr

Reinfelder treten auf Rügen auf

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Mit der „Schöpfung“ von Haydn unterstützt der Kammerchor zum vierten Mal eine Kirchensanierung in der Gemeinde Trent

Der ehemalige Leiter des Reinfelder Kammerchors, Detlev Andresen, und Spediteur Eckhard Bode kennen sich schon seit Kindertagen. „Wir sind zusammen zur Grundschule gegangen. Ich erinnere mich noch daran, wie er neu in unsere Klasse mit 100 Schülern in die Alte Schule kam“, blickt Andresen zurück. Eckhard Bode war Flüchtlingskind, kam von der Insel Rügen nach Reinfeld. Später haben sich die beiden Jungen aus den Augen verloren, trafen sich dann aber wieder als Stadtvertreter: Andresen bei der SPD, Bode bei der CDU. Da habe es aber nie Probleme gegeben, man habe sich gegenseitig respektiert.

Erst nach der Wende wurde der Kontakt enger, denn Eckhard Bode stellte die Lkw für Hilfstransporte nach Kaliska in Polen zur Verfügung. Daraus entwickelte sich eine Freundschaft. Detlev Andresen und der Kammerchor unterstützten seit 2009 mit drei Konzerten die Restaurierung der Kirche in Trent auf Rügen, dem Heimatort des großzügigen Gönners der Stadt. „Durch unsere Benefizkonzerte sind wir uns näher gekommen und halten heute freundschaftlichen Kontakt“, so der ehemalige Kammerchorleiter. Nun soll ein viertes, aber letztes Benefizkonzert zugunsten der Glocken eines der ältesten sakralen Bauwerke auf Rügen, der St-Katharinen-Kirche in Trent, folgen – der Kirche, in der Eckhard Bode getauft und konfirmiert wurde und deren Unterstützer er seit Jahrzehnten ist.

„Aus Altersgründen müssen wir es bei diesem letzten Benefizkonzert belassen“, bedauert Andresen. Beide Reinfelder sind 80 Jahre alt geworden. Da müsse man leider ein wenig kürzer treten. Obwohl 2015 Tim Karweick den Dirigentenstab aus seinen Händen übernommen hat, habe er versprochen, ein letztes Mal für den guten Zweck zu dirigieren.

Der Kammerchor reist am Tag der deutschen Einheit, am 3. Oktober, mit 50 Sängern und einem Orchester mit 32 Musikern nach Trent. Um 17 Uhr beginnt in der Kirche die Aufführung des Oratoriums „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn. Das Oratorium wurde bereits im Mai unter Leitung von Tim Karweick in der Matthias-Claudius-Kirche in Reinfeld aufgeführt. „Die Schöpfung ist schon eine Herausforderung“, gibt der passionierte Dirigent zu. Auf Rügen wird eine DVD aufgenommen. Als Gast wird Manfred Stolpe, ehemaliger Ministerpräsident von Brandenburg, erwartet, der ein Grußwort halten wird. „Wir haben zu seinen Ehren extra das Pommernlied einstudiert“, so Kammerchor-Mitglied Renate Meyer. Zu Gast beim Konzert auf Rügen ist auch ein amerikanischer Chor, zu dem die Reinfelder nun Kontakte knüpfen möchten. Wer weiß, schmunzelt Andresen, vielleicht gehe es doch noch mal über den großen Teich.

>Der Reinfelder Kammerchor ist am Montag, 3. Oktober, um 17 Uhr mit dem Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn in der Kirche in Trent auf Rügen zu Gast. Weitere Informationen erhalten Interessierte bei Renate Meyer unter (04506) 565 oder www.reinfelder-kammerchor.de. Der Chor sucht noch neue Mitglieder.

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