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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 05:09 Uhr

Raiba Bargteheide setzt verstärkt auf Immobilien

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die kleinste Genossenschaftsbank Stormarns will das Engagement in den Wohnungsbau vor Ort noch ausweiten

Klein, aber fein – und gewollt speziell: Die Bargteheider Raiffeisenbank trotzt dem Trend zu Fusionen und will auch in Zukunft eigenständig bleiben und aus eigener Kraft wachsen. „Wir haben kurze Wege und entscheiden eigenständig im Haus. Das wissen die Kunden zu schätzen“, sagen die Vorstände Stefan Lohmeier und Matthias Behr.

Ein Gründungsmotto der mehr als 100 Jahre alten Genossenschaftsbank hängt in den Geschäftsräumen in der Bahnhofstraße: „Das Geld des Dorfes dem Dorfe“ steht auf dem Emailleschild – und das gilt immer noch. „Wir legen unser Geld nicht in irgendwelchen Wertpapieren an, sondern in Immobilien vor Ort“, sagen Lohmeier und Behr.

Das scheint zurzeit sinnvoller denn je zu sein. Durch die Zinspolitik hat Geld als Ware seinen Wert verloren, und es drohen eher Straf- als Guthabenzinsen. Immobilien sind in den letzten Jahren in Stormarn zwar deutlich teurer geworden, versprechen aber immer noch mehr Rendite und Sicherheit als andere Anlagen. Zumal Bargteheide nicht nur in der Vergangenheit stark gewachsen ist, sondern laut Gutachten auch in der Zukunft mit am stärksten in Stormarn zulegen soll.

Daran möchte die Raiffeisenbank Bargteheide künftig noch stärker partizipieren. In der Generalversammlung am Donnerstagabend beschlossen die Genossen eine Satzungsänderung, nach der die Raiba nun auch in der Vermittlung, Verwaltung An- und Verkauf von Immobilien tätig werden sowie selbst Baugebiete erschließen kann. „Wir machen das heute schon in unserem Gemeinschaftsunternehmen von sieben Banken, allerdings nicht in unserem Geschäftsgebiet“, sagt Stefan Lohmeier.

Mit der Geschäftsentwicklung und der Dividende von sechs Prozent auf die Anteile zeigten sich die 650 Genossen bei der Versammlung im Erdbeerhof Glantz sehr zufrieden. Die Bilanzsumme der Raiba sprang im vergangenen Jahr von 196,7 auf 223,1 Millionen Euro. Haupttreiber dafür waren die Kredite. 177,9 Millionen Euro stellte die Raiba Landwirten, Privat- und Firmenkunden zur Verfügung, ein Plus von 17,1 Prozent. Möglich war das, weil auch die Kundeneinlagen um 5,1 Prozent auf 156,9 Millionen Euro wuchsen. Das Eigenkapital stieg auf fast 21,6 Millionen Euro, knapp ein Zehntel der Bilanzsumme.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung und Steuern liegt mit 2,08 Millionen deutlich über dem vergangenen Jahr, konnte mit der Entwicklung aber nicht ganz Schritt halten und war geringer als 2011. Grund sind neben den niedrigen Zinsen steigende Kosten durch immer neue Vorschriften und Anforderungen aus Berlin und Brüssel. „Ich hoffe, dass wir den Zenit bald überschritten haben“, sagt Matthias Behr.

Die zunehmende Bürokratisierung wurde von Banken, die fusionieren wollten, immer als ein Grund für einen Zusammenschluss genannt. Wie geht die im Vergleich zu anderen kleine Raiba Bargteheide mit dem Kostendruck um? „Wir versuchen, unser Geschäft auszuweiten und Prozesse immer wieder zu optimieren und infrage zustellen“, sagt Stefan Lohmeier und: „Wir müssen als kleine Bank schneller als die anderen sein.“ Seit Jahresbeginn wurden zudem die Kontoführungsgebühren angehoben. „Kostenlos können wir nicht mehr“, sagt Behr.

 

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erstellt am 19.Aug.2016 | 11:17 Uhr

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