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Stormarner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 05:02 Uhr

Stormarner Wochenschau : Radler-Dilemma und ein Schock

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ja, diese Woche war einiges los, was diesen oder jenen aus unterschiedlichen Gründen schockiert haben dürfte.

Posse:

Mein Gott, was für eine Posse! Und da wundert sich ernsthaft noch jemand, dass kein normaler Mensch mehr Lust auf Politik hat? Man muss schon eine hohe sado-masochistische Neigung haben, um sich das wirklich anzutun. Die Zustände für Radfahrer am Oldesloer Bahnhof sind mit katastrophal noch schmeichelhaft beschrieben. 2012 sind die Grünen mit einem Antrag aus dem Knick gekommen, ein Radhaus zu bauen. Was wurde nicht alles diskutiert und versucht. Ein Experte aus Bremen erläuterte das dortige Model. Es gab Überlegungen, eine kleine Werkstatt einzurichten – aber dafür fand sich kein Betreiber. Die Jahre gingen ins Land, die Situation blieb besch...eiden und für Autofahrer wurde ein großer Parkplatz gebaut. 900  000 Euro gingen dafür über die Trave. Ergebnis: Es wurde noch attraktiver, mit dem Auto zum Oldesloer Bahnhof zu fahren. Uwe Rädisch ( CDU) bestätigte das jetzt auch noch im Bauausschuss, als er schwärmte, wie gerne seine Kollegen aus Rostock (!) und sonst woher zum Oldesloer Bahnhof fahren. Na super!

Jetzt gibt es endlich die Genehmigung von der Bahn für ein automatisches Radhaus, da treten CDU und FBO auf die Bremse. Dicke Feier für die Städtepartnerschaft und unnützer Wanderweg längs der Beste müssen sein, aber wenn es um nachhaltige Projekte für Radfahrer geht, kommt das übliche Mimimi – dass wir uns das nicht leisten können. „Natüüürlich wollen wir auch was für Radfahrer tun“, sagt Mathias Rohde von der FBO und verweist darauf, dass 10  000 Euro, für 120 zusätzliche Stellplätze bereit stünden. Wo soll denn dafür Platz sein? Das kann doch nur wieder so ein enger, gefährlicher Schrott werden, wie er jetzt schon verbaut ist.

Ja, das Radhaus ist teuer. Aber gibt es günstigere Alternativen? Autostellplätze sind jedenfalls genau so teuer. Gibt es überhaupt Alternativen, die nicht schon verworfen worden wären? Vielleicht gibt es ja doch noch einen Fördertopf und FBO und CDU lenken ein.

Schock:

Das war ein Schock. In Stormarn wurde drei mutmaßliche IS-Terror-Schläfer festgenommen. In aller Frühe schlugen Spazialkräfte in Reinfeld, Ahrensburg und Großhansdorf zu. Das muss ein schwerer persönlicher Schlag für alle Ehrenamtler sein, ganz besonders für die, die sich persönlich um die drei Verhafteten gekümmert haben. Vermutlich werden sie sich fragen: Hätten wir was merken müssen? Nein! Denn es ist ganz offensichtlich eine perfide Masche, als guter, integrationswilliger Flüchtling möglichst kein Aufsehen zu erregen. Drei von wie vielen tausenden Flüchtlingen haben sich jetzt hier als Wolfr im Schafspelz herausgestellt. Das ist kein Grund, die großteils ehrenamtlich geleisteten Integrationsbemühungen in Frage zu stellen. Bloß nicht nachlasssen, Flüchtlinge sind weiter auf Hilfe angewiesen. Die verschwindend kleine Zahl ist erst recht kein Grund, nach mehr Befugnissen für Polizei und Geheimdienste zu rufen – ganz offensichtlich haben deren bisherige Möglichkeiten voll und ganz gereicht, um die mutmaßlichen Terroristen zu schnappen.
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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 17.Sep.2016 | 08:00 Uhr

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