zur Navigation springen

Stormarner Tageblatt

07. Dezember 2016 | 13:34 Uhr

Trittau : Protest gegen Kita-Plan

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Trittauer sammeln Unterschriften gegen einen Kita-Neubau weil sie Verkehrs- und Lärmbelästigung im Wohngebiet befürchten. Die Erschließung ist problematisch.

Nein, sie haben nichts gegen Kinder. Diese Aussage ist Daniela Hingst und Birgit Zimmermann aus Trittau sehr wichtig. Denn die beiden Frauen kämpfen gegen die Errichtung einer KiTa zwischen Schiller-, Lessingstraße und dem Goethering – 150 Unterschriften wurden deshalb gestern an Bürgermeister Oliver Mesch übergeben. „Die Kita an sich stört uns nicht. Auch der Kinderlärm, der damit verbunden sein wird, hat für uns keine Relevanz“, stellen die beiden Frauen klar, die selbst Kinder haben. Doch an der aktuell geplanten Stelle sei die Einrichtung falsch. Die Zuwegung zum geplanten Bauplatz – ein Bolzplatz – führe durch enge Straßen. Und genau da beginne nicht nur in der Bauphase der Ärger. „Wo sollen die Eltern der 100 Kinder parken?“, fragt sich Hingst. Parkplätze gibt es nicht. „Beim Bringen und Holen der Kleinen werden die Eltern andere Fahrzeuge und Grundstücke zuparken. Dazu entsteht eine Geräuschkulisse, die uns im Gegensatz zum Kinderlärm erheblich stört“, ergänzt Zimmermann. „Und was ist, wenn ein Krankenwagen durch muss, die Feuerwehr, die Müllabfuhr oder auch mal nur Handwerker?“, fragen sich die Frauen. Darüber hinaus sei bei den 150 Unterzeichnenden der Eindruck entstanden, dass die Planung „übereilt und unüberlegt“ sei. „Wir sollten zwar eingebunden werden, wurden aber bei einer Bürgerversammlung quasi vor vollendete Tatsachen gestellt“, kritisiert Zimmermann. Sie frage sich, warum man eigentlich die Kita nicht in den Neubaugebieten baue, wo auch kleine Kinder seien. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass in der Schiller- und Lessingstraße eher „die Rentnerband“ unter den Trittauern beheimatet sei, die ganz bewusst eine verkehrstechnisch ruhige Ecke ausgesucht habe. Ein weiterer Grund der gegen den Plan spreche, sei der beliebte Bolzplatz, der wegfallen werde.

„Ich muss Verwaltung und Politik in Schutz nehmen. Erstens ist das alles nicht übereilt, aber wir benötigen möglichst jetzt eine Kita. Zweitens, ist das sogar noch transparenter als üblich abgelaufen. Was den Bolzplatz angeht, ist ein Ersatz geplant“, erklärte Mesch. „Ich finde ihr Engagement aber gut, denn wir wollen ja, dass die Bürger sich einbringen. Verkehrstechnisch ist das tatsächlich nicht optimal. Da müssen wir Lösungen finden“, sagte der Bürgermeister. Denkbar sei eine Anbindung an die Hamburger Straße.

„Die Variante mit entsprechenden Parkplätzen wäre für uns denkbar. Damit könnten wir leben, wenn außerdem noch ein neuer Bolzplatz entsteht“, so Zimmermann. Insgesamt bleibe es aber dabei, dass sich die Anwohner als „Sündenbock für die selbstgemacht Zeitnot“ fühlen.

zur Startseite

von
erstellt am 30.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen