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Stormarner Tageblatt

01. Oktober 2016 | 12:23 Uhr

Bad Oldesloe : Prost Mahlzeit!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Drei Schulen eine Mensa – das klingt in der Theorie sinnvoll, klappt aber im Schulzentrum nicht. Erst recht nicht, wenn das Essen Mängel aufweist. Das Dilemma mit der Mensa.

Der Leberkäse war grün, das Geflügel innen noch gefroren, Haare im Essen, Beilagen fehlten – aus allen Rohren hagelte es Kritik an der Mensa im Schulzentrum. Gut 100 Eltern, Schüler und Lehrer (überwiegend wohl von der Ida-Ehre-Schule) waren zur Sitzung des Sozialausschusses in die Mensa gekommen, um ihre Kritik los zu werden. Dabei wurde nicht nur das Essen madig gemacht. Die Ausgabe dauere teilweise so lange, dass sich eine Schlange bis außerhalb des Gebäudes billige, Zeit zum Essen bliebe den Letzten dann kaum noch. Die Atmosphäre in dem großen Speisesaal sei schlecht und von Disziplin könne keine Rede sein – Regeln würden nicht befolgt, Schüler ließen sich von Lehrern anderer Schulen im Schulzentrum nichts sagen.

Eigentlich gab es eine Mensa-AG, die aufkommende Probleme diskutieren und lösen sollte. In ihr waren neben Stadtverwaltung und Mensabetreiber Dussmann, Lehrer, Schüler und Eltern aller drei Schulen beteiligt. Einziges greifbares Ergebnis dieser Gruppe: Mit ein paar Stellwände aus dem historischen Rathaus sollte ein Teilbereich abgetrennt werden. Der erhoffte Effekt blieb aber aus. Die AG wurde mangels Erfolg und Perspektive aufgelöst. Die Ida-Ehre-Schule suchte daraufhin den Weg in die Politik, um ihre Interessen zu forcieren. Rektor Andreas Bielke machte deutlich: „Es kann doch nicht allen Ernstes gewollt sein, dass ich stundenweise Lehrkräfte abstelle, die an der Salatbar für Ordnung sorgen.“

„An dem Punkt gehen wir mit den Schulleitungen nicht konform“, stellte Thomas Sobczak von der Stadtverwaltung klar. Es handele sich um Schüler während der Schulzeit in einem Schulgebäude auf dem Schulgelände. „Das ist für uns ganz klar Zuständigkeitsbereich der Schule. Für uns sind die Lehrkräfte die personifizierten Autoritäten“, so Sobczak. Es müsse ein gemeinsames Regelwerk her, dass für alle bindend sei. Als ein Problem wurde das an den drei Schulen unterschiedlich gehandhabte Handyverbot erwähnt. Bei der Erstellung eines Regelkatalogs könne die Stadt gerne beraten, sie werde aber nicht die Federführung übernehmen. Sobczak: „Wir vermissen da entschiedene Bemühungen. Impulse kommen nur von der Ida-Ehre-Schule.“

Schulleiter Bielke prägte einen Satz, der im Laufe der Sitzung häufiger wiederholt wurde: „Ich habe doch keinerlei Kompetenz, wie soll ich da Verantwortung übernehmen?“ Er kenne beispielsweise nicht mal den Vertrag zwischen Stadt und Dussmann. Also könne er auch nicht auf die Einhaltung bestimmter Vereinbarungen pochen.

Die SPD-Vertreter waren inkognito zum Essen in der Mensa. „Wir könnten uns nahtlos in die Kritik mit einreihen“, sagte Torben Klöhn: „Keine Beilagen, kein Salat, kein Obst, aber Schokoriegel werden verkauft. Hako und Minimax sollen ja die größten Gewerbesteuerzahler in der Stadt sein, aber direkt dahinter müssen Mundfein und Palermo kommen – so oft wie die hier vorfahren.“ Viele Schüler verstoßen gegen das Handyverbot und ordern Essen bei den Lieferdiensten. Oder sie verlassen illegal das Gelände, um sich im Umfeld einzudecken.

Die Mensa lässt sich durch Faltwände problemlos in drei Bereiche teilen. Ein kleines Kopfstück wird bislang für interschulische Sozialarbeit und als gemeinsamer Pausenraum genutzt. Kommt es zur räumlichen Abspaltung der IES könnte es mit dessen erfolgreicher Arbeit vorbei sein, weil ansonsten der Mittelteil zu dunkel werden könnte. Lange wurde diskutiert, welcher Weg beschritten werden soll. Am Ende lagen zwei gegensätzliche Anträge auf dem Tisch: Die SPD verlangte, die Wand sofort zu schließen und in einem Jahr den Erfolg zu überprüfen. Die Mehrheit fand aber ein gemeinsamer Antrag von CDU, FBO und Grünen, die sich dafür aussprachen, eine letzte Frist zu Einigung bis Juni zu setzen. Die Qualitätsprobleme, da waren sich alle einig, sollen auf der nächsten Sitzung mit Vertretern von Dussmann geklärt werden. Die hatten sich zwar unters Publikum gemischt, gaben sich aber nicht zu erkennen.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 12.Feb.2016 | 08:00 Uhr

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