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Bad Oldesloe : Politik favorisiert 2. Superwindrad

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Umweltausschuss hat sich für ein zweites 150 Meter hohes Windrad ausgesprochen.

Hoch ragt die Windkraftanlage bei Wolkenwehe in den Himmel über Bad Oldesloe. Wer auf die Kreisstadt zufährt, sieht das 150-Meter- Bauwerk schon aus der Ferne. Vor genau einem Jahr wurde das „Superwindrad“ nahe der A  21 gebaut und wenn es nach dem Umwelt- und Energieausschuss der Stadt geht, könnte bald eine zweite Windkraftanlage ähnlicher Bauart hinzukommen. Ausschusschef Wilfried Janson (Grüne) trug die Gründe vor.

Nachdem im Dezember die Raumplanung zum Aufstellen von Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein durch die Landesregierung überarbeitet wurde, die Vorranggebiete ausschreibt, in denen Windkraftanlagen aufgebaut werden können, habe sich einiges geändert. Außerhalb dieser Vorranggebiete können keine Anlagen entstehen. Es standen in Bad Oldesloe drei Bereiche zur Disposition. In Schadehorn, Seefeld und Altfresenburg hätten Potenzialflächen bestanden. Doch diese Bereiche liegen in regionalen Grünzügen und es bestehen „Kollisionskonflikte mit Großvögeln“. Dementsprechend gäbe es keine Bereiche mehr im Oldesloer Stadtgebiet, wo neue Windenergienutzung enstehen könnte oder das „Repowering“ durchgeführt werden könne, so Janson. Beim „Repowering“ werden zwei alte Anlagen geschlossen, um eine neue zu errichten.

„Allerdings müssen wir repowern, sonst ist unser beschlossenes Klimaschutzkonzept nicht erfüllbar“, erklärte Janson. Bisher bestehe noch eine Unterdeckung der durch Windkraft erzeugten Energie. Mehrere Millionen Kilowattstunden müssten noch zusätzlich hergestellt werden, um wieder im Soll zu sein. Das sei alleine mit den bestehenden Anlagen trotz der Aufrüstung im vergangenen Jahr unmöglich.

Janson stellte daher einen Plan vor, der es ermöglichen soll, ohne die bisher ausgewiesenen Vorranggebiete zu repowern. Die kleine Anlage, die einige 100 Meter entfernt vom 150-Meter-Turm steht, soll rückgebaut werden. Dafür soll auf der anderen Straßenseite ein zweites Windrad errichtet werden. Dabei verwies er auf einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung 2012. „Die räumliche Nähe wird auch gewahrt, wenn für den Standort der zweiten Anlage die A  21 überschritten wird und die Entfernung zu einer der ersetzten Anlagen nicht mehr als 1000 Meter beträgt“, war damals beschlossen worden. Kurzum: Wenn die kleinere Anlage weicht, könnte eine neue 150 Meter hohe gebaut werden, die deutlich mehr Strom produziert und die im Klimaschutzkonzept formulierten Produktionsmengen erfüllt. Doch Janson sieht noch mehr Vorteile: „Da sie weiter von den Gewerbegebieten weg steht, ist dort eine bessere Erweiterung möglich.“

Zu Gewerbegebieten müssten 400 Meter Abstand eingehalten werden. In Oldesloe würde das sozusagen umgekehrt gelten. Die Erweiterung dürfe nicht näher als 400 Meter an die aktuelle Anlage heranrücken. Das verhindere Entwicklungen. Eine neue Windkraftanlage sei weiter weg von Gewerbeansiedlungen und von Wohnbebauung.

„Ich finde , so ein großes Windrad ist schon ein Eingriff in die Erscheinung der Stadt. Ich weiß nicht, ob wir da ein zweites von benötigen. Das eine Neue erschlägt einen ja schon quasi, wenn man daran vorbeifährt“, sagte Hinrich Stange (FBO). Er forderte eine Befragung der Bürger. „Sollte es losgehen, gibt es sowieso die ganz normale Bürgerbeteiligung“, so Janson. Es wurde beschlossen, dass die Verwaltung diese Möglichkeit des Repowerns durch eine zweite große Windkraftanlage gegenüber dem Land im Beteiligungsverfahren weiter verfolgen soll.  

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erstellt am 13.Mär.2017 | 06:15 Uhr

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