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Stormarner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 13:07 Uhr

Bargteheide : Ohne Partei in den Bundestag

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Klaus Mairhöfer aus Bargteheide tritt als unabhängiger Direktkandidat zur Wahl im kommenden Jahr an.

Klaus Mairhöfer will in den Bundestag. Der Bargteheider kandidiert aber nicht für eine Partei, sondern er tritt bewusst als parteiloser Direktkandidat an.

„Ich bin kein Körnerfreak, kein Gesundheitsapostel, ich habe ein langes Berufsleben hinter mir, und ich gebe zu, ich habe durchaus in der Komfortzone gelebt“, erzählt der 66-Jährige über sich. „Raus aus der Komfortzone“, ist sein Mantra. Meckern am Stammtisch zählt nicht. Wer etwas verändern will, wer möchte, dass Volksvertreter auch wirklich auf die Meinung des Volkes hören, muss sie eben auch klar artikulieren. Nicht zur Wahl zu gehen, ist für Mairhöfer deshalb keine Option. Protestwahl auch nicht. „Wir können das Feld doch nicht den Schreihälsen überlassen“, sagt er ganz klar. Von direkter Demokratie in Form von Volksentscheiden hält er allerdings ebenfalls nichts. Mairhöfer: „Das öffnet Demagogen Tür und Tor. Das haben wir ja beim Brexit gesehen.“

Das aktuelle Politik- und Parteiensystem hält er aber auch für untauglich. Die Hälfte der Abgeordneten sei durch die Parteien über ihre Listen entsandt und frei seien sie wegen des Fraktionszwangs schon gar nicht. Und das, was die Abgeordneten an Informationen bekämen, sei immer durch die Parteilinie gefiltert.

Die Alternative sei eine starkes Gegengewicht parteiloser Direktkandidaten. Und das funktioniert so: In jedem Wahlkreis bildet sich ein „Bürgerkomitee“, das jeweils einen Kandidaten aufstellt. Sie oder er darf keiner Lobbygruppe sowie keiner Partei angehören und soll finanziell unabhängig sein. Mairhöfer hatte sich vor Jahren zwar mal auf Bitten von Henning Görtz zu bestimmten Themen in die Bargteheider Kommunalpolitik eingebracht, war aber nie in der CDU. Aus beruflichen Gründen musste er sein Engagement seinerzeit beenden.

Und wofür steht Klaus Mairhöfer? „Wenn Sie mich fragen, mit welchem Programm ich nach Berlin ziehe – ich habe keins“, sagt er mit Inbrunst und Überzeugung. Der Diplom-Betriebswirt ist kein Spinner. Sein beruflicher Werdegang mit verschiedenen Managerposten legt nahe, dass er was auf dem Kasten hat und etwas von seinem Job versteht. Deshalb liefert er für seine Programmlosigkeit auch gleich eine schlüssige Begründung: „Der Kandidat soll doch nicht seine eigene Meinung durchsetzen.“ Deshalb setzt Mairhöfer auf eine Befragung des Wahlkreises „vor relevanten Abstimmungen“. Das Volk soll ihm mitteilen, wie er sich im Parlament verhalten soll – direkte Demokratie per imperativem Mandat. Das ist zwar vom Grundgesetz so nicht vorgesehen, entspreche dessen Geist laut Mairhöfer „aber bei weitem mehr als der gelebte Fraktionszwang“.

Haben unabhängige Direktkandidaten überhaupt eine Chance? Seit 1949 hat es keiner mehr in den Bundestag geschafft. 34 Jahre später sei es den Grünen aber gelungen, das bis dato herrschenden Drei-Parteien-System zu knacken. Aktuell, weitere 34 Jahre später, spürt er eine ähnliche Stimmung.

Für ein Direktmandat reicht die einfache Mehrheit der Stimmen. Die etablierten Parteien verlieren an Zuspruch. Davon profitiere Momentan die AFD. 66 Prozent deren Wähler stünden aber gar nicht hinter dem AFD-Programm, sondern wollten nur anderen Parteien einen Denkzettel verpassen. Von dieser Protestklientel will Mairhöfer einen Großteil auf seine Seite ziehen. Dann könnte es eventuell mit dem Direktmandat klappen.

Mit drei Informationsveranstaltungen in Norderstedt, Bad Segeberg und Bad Oldesloe will Klaus Mairhöfer über die Gründung eines Bürgerkomitees informieren. Die Oldesloer Veranstaltung ist für Freitag, 11. November, um 18.30 Uhr im Bürgerhaus geplant.


Weitere Infos unter: www.direktkandidaten.info und mairhoefer.de

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 13.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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