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Stormarner Tageblatt

01. Juli 2016 | 11:58 Uhr

Trenthorst : Öko-Landwirtschaft zum Anfassen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das traditionelle Hoffest ist der Höhepunkt im Jahresprogramm. Dr. Hans Marten Paulsen leitet das Öko-Institut derzeit kommissarisch.

„Der ökologische Landbau kann ein Maßstab für die Weiterentwicklung moderner Agrarsysteme sein“, umschreibt Dr. Hans Marten Paulsen die Aufgabe des Thünen-Instituts für ökologischen Landbau. Seit Institutsleiter Prof. Dr. Gerold Rahmann im vergangenen Jahr von seiner Aufgabe als Institutsleiter freigestellt wurde, um sich im Rahmen des Bundesprogramms „Eine Welt ohne Hunger“ in Äthiopien zu engagieren, hat Paulsen die Fäden in der Hand. Und das mindestens noch bis Mitte 2017, denn das Entwicklungsprojekt in Äthiopien erstreckt sich auf mindestens drei Jahre.

Auch unter der neuen Leitung entwickeln sich neue Agrarprojekte – wie seit rund einem Dreivierteljahr die Forschung an Hühnern der Rasse „Lohmann dual“, bei der die Bruderküken nicht getötet werden, sondern zu Masthähnen heranwachsen können. Dr. Lisa Baldinger aus Wien leitet die Forschungen. Auch unter neuer Leitung arbeiten Öko-Institut und Förderverein weiterhin Hand in Hand.

„An reizvollen Themen auch abseits des ökologischen Landbaus herrscht kein Mangel“, so Paulsen. Durch das vielseitige Programm habe man die Möglichkeit, sich zu informieren, auszutauschen und das Institut kennenzulernen.

„Es ist wieder eine Mischung aus Theorie und Praxis, in jedem Falle informativ und – so nehmen wir an – bereichernd. Es gibt Veranstaltungen, in denen Sie selbst produktiv tätig werden können und sollen, und andere, in denen der Inhalt referiert daherkommt – mal so, mal so“, verspricht Gerd Herrmann, Vorsitzender des Fördervereins. Das Programm startet mit einer informativen Veranstaltung am Donnerstag, 28. Januar, unter dem Motto „Was machen die in Trenthorst eigentlich?“ Dr. Paulsen wird interessierten Nichtlandwirten und Fachleuten einen Einblick in die unterschiedlichen Seiten und Ergebnisse des Ökolandbaus geben. „Sie bekommen eine Übersicht darüber, wie wir im System Boden-Pflanze-Tier-Mensch-Umwelt arbeiten und welche Ergebnisse entstehen“, erläutert der Agrarökonom. Im Februar ist Gerold Rahmann auf Stippvisite in Trenthorst und referiert über seine Entwicklungsarbeit in Äthiopien.

Der Wettbewerb „Trenthorster Superfoto“ steht im März unter dem Motto „Ob von fern oder von ganz nah: faszinierende Eindrücke von Natur und Landschaft rund um Trenthorst“. Fragen wie „Ist das Trinkwasser in Gefahr“ oder „Was geht uns die globale Wasserkrise an?“ werden von namhaften Wissenschaftlern im April bei zwei Vorträgen gestellt.„Das Highlight ist natürlich unser Hoffest an Himmelfahrt“, so Kurt Weirauch vom Förderverein. 50 Standbetreiber haben sich bereits angemeldet, weitere sind herzlich willkommen - besonders aus dem Bereich Gemüseanbau.

Stockbrot, Lagerfeuer und Leckeres vom Grill gibt es beim traditionellen Mittsommerfest am 18. Juni. Wie sah es in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts in Trenthorst aus? Dieser Frage geht der gebürtige Trenthorster und Leiter der Kreisberufsschule, Rüdiger Hildebrandt, im September nach. Ebenfalls im September referiert Dr. Lisa Baldinger über das Hühner-Forschungsprojekt in Wulmenau. Erntedank ist am 6. Oktober. „Wir haben auch brandaktuelle Themen wie die Gefahren durch das Jakobskreuzkraut, die endliche Reserve Phosphor und Nutzen und Schaden der Pflanzenkohle mit ins Jahresprogramm genommen“, so Gerd Herrmann. Auch die Gaumenfreuden kommen nicht zu kurz: Mit diversen Kochkursen, einer Weinprobe im September, einem Apfeltag mit Grundschülern, dem Kursus „Käse selber machen“ oder der Wildkräuter-Verkostung im Mai.

Momentan wird der Hofplatz vor dem historischen Gutshof gepflastert. Dr. Paulsen hofft, dass das geplante Hackschnitzelheizwerk in einem separaten Gebäude bereits Ende 2016 seinen Betrieb aufnehmen kann. Baubeginn ist in wenigen Tagen. Der Besuch des niederländischen Königspaars im Sommer trägt Früchte. Eine Delegation aus Trenthorst reiste zu Europas größter Agraruniversität in Wageningen. Im April ist ein Gegenbesuch geplant. Paulsen: „Wir erhoffen uns gemeinsame Projekte noch in diesem Jahr.“

 

> Das Jahresprogramm des Fördervereins in Trenthorst liegt als Broschüre vor und kann auch im Internet auf der Homepage www.trenthorst.de eingesehen werden. Anmeldungen bitte per Mail an foelt@ti.bund.de oder per Telefon unter (04539) 888 00. Einsendeschluss für das Trenthorster Superfoto ist am Montag, 15. Februar.

 

 

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erstellt am 12.Jan.2016 | 18:19 Uhr

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