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Stormarner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 11:18 Uhr

Bad Oldesloe : Notfallpläne der Bahn ein Notfall

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Störfallkonzept der Bahn soll den Kunden zugute kommen. Doch die FDP-Abgeordnete Anita Klahn aus Oldesloe hält es für „völlig ungeeignet“.

Für Zugausfälle und die stundenlange Sperrung der Eisenbahnlinie Oldesloe und Hamburg am 20. Juni hatten weniger die ausgebüxten Pferde gesorgt, sondern vielmehr das Notfallmanagement der Bahn AG. Das geht aus einer Anfrage der Oldesloer FDP-Abgeordneten Anita Klahn an die Landesregierung hervor.

Ein Zugführer musste gegen 7.10 Uhr wegen der Tiere, die von einer Koppel in Tremsbüttel ausgebrochen waren, eine Notbremsung einlegen. Als die Tiere nach etwa einer Stunde eingefangen waren, wurde die Strecke wieder freigegeben, wenn auch zunächst nur in langsamer Fahrt in dem Abschnitt. Wenige Minuten später kam dann die Meldung, dass erneut Pferde gesichtet wurden und die Strecke wurde wieder gesperrt. Nun wurde das Störfallkonzept in Kraft gesetzt. Das hatte sich DB Regio auf Forderung der Landesverkehrsgesellschaft Nah.SH selbst gegeben, weil sich in der Vergangenheit gezeigt hatte, dass bei den komplexen und vielfältigen Aufgaben in Störfällen die Fahrgastinformationen zu kurz kamen. Mit klaren Handlungsanweisungen für solche Fälle sollten die Disponenten entlastet und die Informationen besser werden.

Während es früher oft ein Hin und Her gab, wollte man die Fahrgäste jetzt gleich zu Beginn der Störung über das voraussichtliche Ende informieren und die Fahrzeug- und Personalumläufe entsprechend planen. Für Tiere sieht das Störfallkonzept zwei bis drei Stunden vor, ein Erfahrungswert.

Kaum hatte man den Fahrgästen mitgeteilt, dass zwischen Ahrensburg und Bad Oldesloe alle Züge zwischen 8.30 und 11 Uhr ausfallen, waren die Tiere wieder eingefangen. Früher, ohne Konzept, hätte man die Strecke wieder freigegeben. Jetzt blieb man bei den Zugausfällen, um „nicht für zusätzliche Verwirrung und ungeordnete Betriebszustände zu sorgen“, heißt es in der Antwort der Landesregierung, zudem hätte die Rücknahme aus Sicht der Bahn „die Glaubwürdigkeit der Störfallkommunikation und der Akzeptanz der Umleitungsstrecken für zukünftige Störfälle verringert.“ Hinzu kommt, dass einmal als „fällt aus“ gemeldete Züge nur umständlich wieder in Leit- und Dispositionssystemen eingepflegt werden können: „Erfahrung zeigt, dass diese wechselnden Dispositionen für noch mehr Verwirrung bei Fahrgästen und Personal führt.“

„Diese Notfallpläne sind völlig ungeeignet. Das ist ja nicht das erste Mal völlig chaotisch abgelaufen. Es muss doch möglich sein, dass man den Verkehr wieder aufnimmt, wenn die Störung beseitigt ist“, sagt Anita Klahn, die im Oldesloer Westen wohnt, wo Pendler stark vertreten sind. Auf ihre Frage, ob sich das Land für ein effizienteres Notfallmanagement bei der Bahn einsetzen werde, lautet die Antwort, dass die neuen Konzepte „grundsätzlich zur Verbesserung der Verlässlichkeit und Kommunikation im Störungsfall“ beitragen, auch wenn das hier „zu unerwünschten Konsequenzen führte“.

Dass Nah.SH die DB Regio „bei der Weiterentwicklung der Störfallkonzepte kritisch begleiten“ wolle, ist für die FDP-Abgeordnete nicht ausreichend: „Man kann dieses wichtige Thema nicht bei Nah.SH abladen. Natürlich kann eine Landesregierung Einfluss auf eine landesweigene Gesellschaft nehmen.“

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erstellt am 05.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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