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Stormarner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 07:09 Uhr

Stormarn : „Norden ist der Gewinner“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Staatssekretär Ferlemann und MdB Gero Storjohann (CDU) fordern von Kiel mehr Personal für Straßenbau.

„Der Norden ist der klare Gewinner im neuen Bundesverkehrswegeplan. Der Anteil Schleswig-Holsteins am Volumen steigt von 2,8 auf 4,5 Prozent“, sagt Enak Ferlemann. Der CDU-MdB und Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium informierte gemeinsam mit Gero Storjohann CDU-Politiker und Wirtschaftsvertreter über die geplanten Projekte.

Storjohann, Abgeordneter für Segeberg und Stormarn Nord sowie Berichterstatter im Verkehrsausschuss, freut sich über die Aufnahme der A  21 in den vordringlichen Bedarf. Bis Schwarzenbek soll die B  404 zur Autobahn ausgebaut werden. Der weitere Verlauf bis Geesthacht und über die Elbe wurde nur in den weiteren Bedarf mit Planungsrecht eingestuft.

264,5 Milliarden Euro umfasst der Bundesverkehrswegeplan, der bis 2030 gilt. „Viele Jahre wurden die Verkehrswege auf Verschleiß gefahren. Das ist jetzt deutlich anders“, sagt Ferlemann. Zum einen wurde die Summe deutlich angehoben, zum anderen fließen fast 70 Prozent in den Erhalt von Straßen, Schienen- und Wasserwegen. Geld für Neubauten gibt es nur für Europa-Magistralen, Lückenschlüsse, die Beseitigung von Engpässen und die Hinterland-Anbindung von Seehäfen.

Das ist ein Grund, warum der Norden profitiert. Was aber noch lange nicht heißt, dass gebaut wird. Schleswig-Holstein hat auch in den vergangenen Jahren keinen Meter Straße neu gebaut, und die A  20 hat sich durch den Adlerhorst weiter verzögert. „Es klemmt überall“ sagt Ferlemann. Das Hauptproblem sei das Personal, so Storjohann: „Das Land hat die Ingenieursstellen von 30 auf 20 reduziert. Man hat es nicht mal geschafft, die Mittel für die Sanierung von Radwegen an Bundesstraßen abzurufen. Wie soll das also funktionieren, wenn jetzt mehr Geld zur Verfügung steht?“ Und Ferlemann: „Schleswig-Holstein ist das Gewinnerland des neuen Verkehrswegeplans – aber nur, wenn man die Mittel auch abrufen kann.“ Zum Straßenbauprogramm gehören neben der A21 auch Ortsumgehungen in Geesthacht, Ratzeburg, Schwarzenbek und Lauenburg.

Auch die S 4 ist im Plan enthalten, weil sie die einzige Möglichkeit ist, die Probleme im Hamburger Hauptbahnhof zu lösen. Die Kosten von bis zu einer Milliarde Euro liegen allerdings höher als der errechnete volkswirtschaftliche Nutzen. Da reicht auch der Verzicht auf ein drittes Gleis zwischen Ahrensburg und Bargteheide noch nicht, „Man muss gucken, wie man das konfigurieren, die Kosten senken und den Nutzen erhöhen kann“, so Ferlemann.

Zu teurer war mit rund 800 Millionen Euro eigentlich auch der Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals für 110 Meter lange Schiffe. Er kam überraschend aber doch in den Entwurf, weil er in der Gesamtbetrachtung für den Warenverkehr aus dem Raum Magdeburg bis Salzgitter in die Ostsee die beste Möglichkeit ist.

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erstellt am 01.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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