zur Navigation springen

Stormarner Tageblatt

06. Dezember 2016 | 17:05 Uhr

Bargteheide : „Nicht gegen mein Vergessen“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Erinnerung, Mahnung, Hoffnung: Die Arbeitsgruppe Volkstrauertag hat wieder ein interessantes Programm vorbereitet.

„Es ist wunderbar, dass es bei einem so schweren Thema noch so viel Engagement in Bargteheide gibt“, sagt Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht. Gemeint ist die Arbeitsgruppe zum Volkstrauertag, die für diesen Tag wieder ein Programm vorbereitet. „Nicht gegen mein Gewissen“ lautet das diesjährige Motto dafür. Wie immer stehen Erinnerung, Mahnung und Hoffnung im Mittelpunkt, auf letzterer liegt der Schwerpunkt.

Um Flucht und Exil spannt sich der erste Bogen bis in die Gegenwart, mit Texten von Siegfried Lenz, Navid Kermani und Anna Seghers. In einer szenischen Lesung tragen Schüler des Eckhorst-Gymnasiums Wolfgang Borcherts Mahnung „Dann gibt es nur eins“ vor. Als Stimmen der Ermutigung kommen unter anderem Friedenspreisträgerin Carolin Emcke und noch einmal Lenz zu Wort. Sein früher Roman „Der Überläufer“ konnte erst nach seinem Tod veröffentlicht werden. „Im Entstehungsjahr 1946 fand er keinen Verlag dafür, weil es darin um einen Deserteur ging“, sagt Birgitt Gartenschläger von der Arbeitsgruppe. Junge Menschen schrecke der Begriff Volkstrauertag auch eher ab. „Der Feiertag ist nicht unbedingt für Jugendliche gemacht“, sagt Gymnasiast Leonard Hornung denn auch. Im Geschichtsprofil haben sich seine Mitschüler und er aber auch damit beschäftigt und für den Gedenktag den Borchert-Text ausgewählt. „Durch die Fluchtbewegungen heute ist das Thema wieder sehr aktuell.“ Auch wenn er die Kriege nur im Fernsehen verfolgen könne, berühre ihn das sehr.

Die Gedenkfeier beginnt am Sonntag, 13. November, um 11 Uhr im Stadthaus. Zuvor gibt es ab 10 Uhr einen verkürzten Gottesdienst, dem eine Kranzniederlegung am Ehrenmal um 10.45 Uhr folgt. Für den musikalischen Rahmen sorgen der Chor „Vocalis“ und Dorothee Louise Natorp am Klavier. „Zum Ausklang werden wir „Blowin‘ in the wind“ von Bob Dylan singen“, sagt Birgitt Gartenschläger. Ihr Wunsch ist, dass dabei möglichst alle Besucher mitsingen werden.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen