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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 23:34 Uhr

Stormarn : Neues Rettungszentrum für Helfer im Katastrophenfall

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

ASB, DRK und DLRG brauchen mehr Platz: Drei mögliche Standorte im Bereich des Kreuzes Bargteheide.

Gut vier Millionen Euro soll ein neues Rettungszentrum kosten, in dem Hilfsorganisationen gemeinsam untergebracht werden können. Der Wirtschafts-, Planungs- und Bauausschuss hat sich jetzt grundsätzlich für eine zentrale Lösung ausgesprochen. Das für den Katastrohenschutz zuständige Fachgremium ist allerdings der Finanzausschuss, der das nächste Mal am 14. November tagt.

Es geht um fast 100 Personen aus den Organisationen von DRK, ASB und DLRG sowie Feuerwehr. Zurzeit sind Einheiten und Fahrzeuge für den Kat-Schutz über das gesamte Kreisgebiet verteilt. Und an keinem dieser Standorte ist Platz für zusätzliche Fahrzeuge. Zudem sind die Gebäude an den meisten Standorten in einem schlechten oder sanierungsbedürftigen Zustand. Weil es Frust und Klagen von den Helfern gab, wird das schon länger diskutiert. Neben der Finanzierung waren der Standort und die Frage, ob alle unter ein Dach müssen, strittig.

Als Standort wird aufgrund der zentralen Lage und der guten Verkehrsanbindung der Bereich Hammoor/Bargteheide bevorzugt. Im Gewerbegebiet Langenhorst stände ein Grundstück zur Verfügung, das die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft (WAS) relativ günstig anbieten könnte. Die Gemeinde Hammoor hat sich ein Grundstück zwischen Ahrensburger Straße und der Autobahn gesichert, auf dem nicht nur das gemeindliche Feuerwehrhaus, sondern auch das rettungstzentrum entstehen könnte, so Hammoors Bürgermeister Helmut Drenkhahn. Für den Planungsausschussvorsitzenden Wolfgang Gerstand (CDU) wäre die beste Lösung ein Neubau im Gewerbegebiet, das auf der anderen Seite der A  1 für den Autohof entstehen soll – wenn es zeitlich in anderthalb bis zwei Jahren machbar ist.

Die alte DRK-Wache im jetzigen Kreuz ist nicht für einen Neubau geeignet, auch wenn dort das Schwerpunktfahrzeug der Technischen Einsatzleitung TEL des Kreises steht, das bei jedem Einsatz ausrückt. Die TEL mit 43 Helfern ist Führungsinstrument im Katastrophenschutz,. Drei der vier Fahrzeuge sind in Nütschau untergebracht.

Das Gebäude im Kreuz Hammoor war als reine Garage gebaut worden. Weil das Schwerpunktfahrzeug Medikamente an Bord hat, darf die Temperatur aber nicht unter 7 Grad fallen. Zwei elektrische Heizkörper bringen die nicht isolierte Garage auf Temperatur, und das kostet. 2015 belief sich die Stromrechnung auf rund 4500 Euro. Im nächsten Jahr könnte noch Miete dazukommen, weil im Juni das kostenlose Nutzungsrecht für die Garage ausläuft. Zudem soll der Fuhrpark der TEL erweitert werden. Der Kreis will einen Einsatzleitwagen II beschaffen, der zu gehört zu den größten Fahrzeugen bei Feuerwehr und Katastrophenschutz zählt und auch in Nütschau keinen Platz hätte.

In Hammoor ist auch ein Fahrzeug der 1. Sanitätsgruppe (SanGr.) des Kreis-DRK stationiert, die anderen beiden sind im Hilfszentrum Bargteheide. Dort steht für die 14 Helfer, die größtenteils aus dem Süden des Kreises kommen, nur ein Raum zur Verfügung. Aufgrund der Enge ist es nicht möglich, dass sich alle gleichzeitig umziehen. Es hat auch nicht jeder einen Spind, so dass einige die Einsatzbekleidung im Auto lagern. Aufgrund der Mängel drohte sich die Sanitätsgruppe bereits aufzulösen.

Schwierige ist die Lage auch bei den 20 Helfern der 7. DLRG-Sanitätsgruppe in Bargteheide. Die beiden Krankentransportwagen stehen in einer nicht isolierten Garage, in der es keine Heizung, kein fließend Wasser und keine sanitären Anlagen gibt. So sind die mit Medikamenten bestückten Fahrzeuge im Winter meist nicht einsatzfähig.

Die Fahrzeuge der 6. Sanitätsgruppe des ASB (zwölf Helfer) sind bei der Eon im Ahrensburger Gewerbegebiet untergestellt. Möglichkeiten sich umzuziehen oder Einsatzbekleidung zu lagern, gibt es dort nicht. Und sollte der Platz nicht mehr zur Verfügung stehen, hätte der Kreis keine Alternative. Neben einem MTW verfügt der ASB über einen Gerätewagen Sanität (GW-San) des Bundesamts für Katastrophenhilfe untersteht. Mit dem GW-San des Kreises kann ein Behandlungsplatz betrieben werden.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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