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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 14:51 Uhr

Bad Oldesloe : Neues Konzept gegen Einbrecher

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Sonderermittler verteilen sich jetzt auf Reinbek und Ahrensburg. Die Polizei setzt auf mehr Streifen und Öffentlichkeitsarbeit.

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit setzt die Polizeidirektion Ratzeburg ein neues Konzept zur Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen um. „Die Strategie fußt auf fünf Säulen“, sagt Sprecher Holger Meier, „Prävention, Präsenz, Tatortarbeit, Ermittlungen und Öffentlichkeitsarbeit.“

Aufgrund stark gestiegener Zahlen vor allem im Südkreis hatte die Direktion vor zwei Jahren eine zentrale Ermittlungsgruppe in Reinbek ins Leben gerufen. Die Konzentration an einem Standort wird jetzt wieder aufgegeben. Das neue Konzept mit je einer Tatortgruppe in Reinbek und Ahrensburg wurde von den 15 Mitarbeitern mitentwickelt. Die Beamten, die in Spurensuche und- sicherung geschult sind, wollen damit eine größere Flexibilität erreichen. Die Spuren werden weiterhin beim Landeskriminalamt archiviert, da sich Zusammenhänge mit anderen Tatorten und Verdächtigen manchmal erst nach längerer Zeit ergeben.

In Ratzeburg und Bad Oldesloe sind zudem spezielle Sachbearbeiter für Wohnungseinbrüche zuständig. Und wenn bei den Einbrüchen Strukturen organisierter Kriminalität sichtbar werden, wird zusätzlich das Sachgebiet 5 der Kriminalinspektion Ratzeburg eingeschaltet, das in diesem Jahr gegründete wurde.

In Bereichen, die vergleichsweise häufig von Einbrechern heimgesucht werden, will die Polizei ihre sichtbare, aber auch ihre „nicht sichtbare Präsenz“ erhöhen. Zu den „tatrelevanten Zeiten“, also vor allem in der Dämmerung, wird es zusätzliche Streifen zu Fuß und im Auto sowie mit Diensthunden geben. Zudem werden auch Zivilstreifen eingesetzt.

In den ersten neun Monaten zählte die Polizei 615 Einbrüche in Stormarn, 189 weniger als im Vorjahr. Die Zahlen teilte die Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Piraten-Abgeordneten Patrick Breyer mit. Deshalb hat die Polizeidirektion in diesem Jahr auch noch keine Gefahrengebiete angeordnet, in denen verdachtslose Anhalte- und Sichtkontrollen möglich sind. „Wenn die Zahlen steigen und sich Ballungsgebiete abzeichnen, können wir es mit gerichtlicher Erlaubnis wieder aktivieren“, so Meier.

Der Polizei wären allerdings weniger Taten lieber, und deshalb setzt sie auf Prävention. In rund 40 Prozent der Fälle ziehen Einbrecher wieder ab, weil sie aufgrund guter technischer Sicherungen nicht ins Haus kommen. In Zusammenarbeit mit zertifizierten Firmen bietet die Polizei bereits regelmäßig Infoveranstaltungen an, bei denen auch staatliche Zuschüsse Thema sind. Ein besonders wichtiger Partner der Polizei ist „der aufmerksame Nachbar“. „Teilen Sie uns frühzeitig verdächtige Beobachtungen mit. Wir sind dankbar für jeden sachdienlichen Hinweis und kommen lieber einmal umsonst als einmal zu spät“, so Holger Meier. Wer verdächtige Geräusche oder Bewegungen vernimmt, sollte sich nicht scheuen, die 110 anzurufen. „Und wenn die Polizei eintrifft, bitte die Beamten ansprechen und nicht laut rufen“, so Jörg Marienberg aus Ahrensburg.

Im Zuge einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit zeigt die Polizeidirektion Ratzeburg auf ihrer Facebookseite jetzt auch Karten, auf denen die Einbrüche der vergangenen 14 Tage in besonders belasteten Gebieten anonymisiert dargestellt werden. Jeder Punkt kann für einen oder mehrere Fälle stehen. „Wir bitten aber auch um Verständnis, dass der Persönlichkeitsschutz von Opfern eine große Rolle spielt“, sagt Holger Meier. Ob man genaue Zahlen nennt, werde noch geprüft, da belastbare Aussagen nur für Beobachtungszeiträume von mindestens einem Jahr möglich seien.

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erstellt am 12.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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