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Stormarner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 09:19 Uhr

Neues aus Klein Schilda

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Gemeinde sorgt sich um Sicherheit und wehrt sich gegen Abbau des Radwegschildes

„Es ist wie ein Schildbürgerstreich“, empört sich Bürgermeister Herbert David und deutet auf das blaue Verkehrsschild am Ortseingang Klein Wesenberg aus Richtung Lübeck. Mitte August wurde das Verkehrsschild für Fußgänger und Radfahrer vom Kreis abmontiert und ein neues aufgestellt. Nun dürfen hier keine Radfahrer mehr fahren.

„27 Jahre haben wir für den Radweg von Klein Wesenberg nach Lübeck gekämpft, bis er in den 90er Jahren endlich eingeweiht werden konnte“, erinnert er sich. Und nun das: Der extra breite Fußweg an der Alten Dorfstraße in seinem Heimatort darf nicht mehr von Radfahrern genutzt werden. Das Bundesgesetz schreibt es seit gut zwei Jahren so vor, und das Straßenverkehrsamt des Kreises Stormarn richtet sich akribisch danach.

„Das ist kaum zu glauben und völlig unverständlich“, ärgert sich der engagierte Bürgermeister, der bereits vor zwei Jahren Alarm schlug. In den umliegenden Kreisen werde das ganz anders gehandhabt. Da ständen die Radwegschilder alle noch. Zwei Dörfer weiter in Groß Schenkenberg im Herzogtum Lauenburg sei das anscheinend kein Problem. Mit dem Abbauen das Radwegschildes verschwand auch ein von Herbert David aufgehängtes weißes Fahrrad-Schild.

Vor zwei Monaten hatte er es in Eigeninitiative am Mast befestigt, um ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass Radfahren auch auf dem 2,50 Meter breiten Fußweg weiterhin erlaubt ist. Radrennfahrer, die bundesweit ihre Interessen durchsetzen konnten, würden sowieso auf der Straße fahren. Da bräuchte es keine Gesetzesänderung. Die Strecke durch seinen Heimatort sei vor allem für Touren von Lübeck bis zum Elbe-Lübeck-Kanal beliebt.

„Die Gemeinde hat sofort Einspruch erhoben“, betont David. Es sei unverantwortlich, dass Radfahrer - vor allem Kinder - gezwungen seien, nun auf der viel befahrenen Alten Dorfstraße auszuweichen. Geschwindigkeitsmessungen hätten ergeben, dass fast 50 Prozent der Autofahrer zu schnell unterwegs seien. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 85 km/h.

Herbert David ist verstimmt: „Ich verurteile aufs Schärfste diesen Schildbürgerstreich und werde weiter kämpfen.“ Diese Maßnahme sei den Bürgern seiner Gemeinde nicht klarzumachen.

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erstellt am 08.Sep.2016 | 11:16 Uhr

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