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Prozess in Lübeck : Mord in Bargteheide: Zeuge ließ Angeklagten aus Angst in seinem Auto schlafen

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Der Prozess musste am Donnerstag abgebrochen werden. Jetzt sagte ein Bekannter des Angeklagten aus.

Lübeck | Der mutmaßliche Todesschütze von Bargteheide hat nach der Tat Unterschlupf bei einem Bekannten auf einem Campingplatz in Ammersbek gesucht. Er habe Angst um sich und seine kleine Tochter gehabt, deshalb habe er den Angeklagten zum Übernachten in sein Auto verfrachtet, sagte der Bekannte am Freitag vor Gericht aus. Anschließend habe er einen Freund per WhatsApp-Nachricht gebeten, die Polizei zu rufen.

„Er stand in der Nacht plötzlich vor meinem Wohnwagen“, erinnerte sich der Kälteanlagenmechaniker, der den Angeklagten rund sechs Monate vor der Tat kennengelernt hatte. Er habe seinen Bekannten gedrängt, sich zu stellen, doch der habe das abgelehnt, sagte der Zeuge aus. „Er sagte, er habe nicht die Frau sondern sich selbst töten wollen. Sie habe ihm die Waffe wegnehmen wollen, die er sich an den Kopf gehalten habe und dabei seien dann die Schüsse gefallen“, sagte der Zeuge aus. „Doch das habe er dem Angeklagten nicht geglaubt, es waren schließlich drei Schüsse.“

Dem 35 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, im August 2016 in Bargteheide im Kreis Stormarn seine Ex-Freundin in einen Hinterhalt gelockt und mit drei Schüssen getötet zu haben. Spezialkräfte der Polizei hatten ihn keine 24 Stunden nach der Tat auf dem Campingplatz festgenommen. 

Der Mann steht wegen Mordes und unerlaubten Waffenbesitzes vor Gericht. Die Verhandlung war am Donnerstag unterbrochen worden, weil der Angeklagte wegen starker Rückenschmerzen nach Aussagen einer Medizinerin nicht verhandlungsfähig war. Der Prozess wurde am Freitag fortgesetzt. Das Gericht befragt unter anderem mehrere Kriminalbeamte, die den 35 Jahre alten Angeklagten vernommen hatten.

Auch nach der Tat hat sich der Angeklagte offenbar mit Selbstmordgedanken getragen. „Während wir nach der Tatwaffe suchten, fragte er mich plötzlich, ob ich ihn bei einem Fluchversuch erschießen würde“, sagte ein Kriminalbeamter vor Gericht. „Als ich das verneinte, fragte er, ob denn meine Kollegen ihn erschießen würden, wenn er mich als Geisel nähme“, erinnerte er sich kopfschüttelnd.

Der Prozess wird am 22. März fortgesetzt. Ein Urteil wird für Mitte Juni erwartet.

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erstellt am 10.Mär.2017 | 15:56 Uhr

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