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Stormarner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 22:20 Uhr

Bad Oldesloe : Moderne Show in historischem Ambiente

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zirkus Charles Knie kommt nach Bad Oldesloe

Die große Zelt- und Wagenstadt – das sieht schon von außen mächtig nach Zirkus aus. Es riecht auch ganz nach klassischem Zirkus. Aber beim Eintauchen in diese Welt erwartet die Besucher beim Zirkus Charles Knie eben nicht das typische, altbekannte Programm. „Euphorie“ heißt das zweieinhalbstündige Spektakel mit dem der Zirkus Knie in diesem Jahr durch 50 Deutsche Städte tourt. Vom 16. bis 17. September gastiert das fahrende Volk auf dem Oldesloer Exer. Der Vorverkauf für die Vorstellungen am Sonnabend und Sonntag läuft bereits. Abonnenten des Stormarner Tageblatts erhalten besondere Vergünstigungen beim Ticketkauf.

 „Die Produzenten und Regisseure dieser Produktion haben sich intensiv mit Emotionen auseinandergesetzt“, erklärt Zirkussprecher Patrick Adolf: „Herausgekommen ist eine einmalig schöne Show, die besonders leicht und erfrischend ist. Wir haben viel Geld in die Ton- und Lichtanlagen investiert.“ Die Technik ist natürlich wichtig, aber entscheidend ist das Ensemble, die Mischung aus Clown, Artisten, Tieren und Musikern. Und da hat der Zirkus Knie einiges zu bieten.

  Viele Elemente mit Tanz und Gesang haben Einzug in die Show gefunden. Allen voran die Musical-Darstellerin Pretty Shangase aus Südafrika, die mit ihrem Live-Gesang überzeugt. Meistens wird sie bei ihren Auftritten von einer vierköpfigen Ballett-Truppe in aufwändigen Kostümen eingerahmt. Ein Live-Orchester ist auf diesem Niveau selbstverständlich. Zirkus Knie leistet sich acht Musiker, die für schmissigen Sound sorgen. Da werden nicht nur Fanfaren und die üblichen Trommelwirbel angestimmt, sondern Blues-Klassiker und aktuelle Hits.

Flavio und Flappi sind ohne Zweifel die Stars in der Manege. Die beiden patagonischen Seelöwen liefern eine artistisch beeindruckende und gleichzeitig witzige Show ab. Ihre Trainer Laura und William Pedersen versprühen beim Auftritt mit den beiden Pfundskerlen viel Freude – da haben offensichtlich alle ihren Spaß. Und das Publikum jubelt.

 Marek Jama ist schon seit vielen Jahren beim Zirkus Knie für die Tiere zuständig. Das Unternehmen ist quasi mit einem Zoo unterwegs: Knapp 100 Tiere von 25 Arten. Klar, Pferdenummern sind Standard. Kamele sieht man schon mal etwas häufiger, aber wenn dann ein Känguru durch die Manege hüpft oder Rinder mit langen Hörnern ihre Runden drehen, dann gehen schon „Ahhs“ und „Ohhhs“ durchs Publikum.

 Dompteur Marek Jama hat kürzlich eine Einladung zum berühmten Circusfestival nach Monaco erhalten. „Darauf sind wir sehr stolz. Da kann man sich nicht bewerben, Prinzessin Stéphanie schickt Scouts los. Für uns ist das wie der Oscar in der Filmbranche“, erklärt Patrick Adolf.

 Immer wieder fragen sich die Zuschauer: Wie machen die das? Bei Extrem-Klischnigger César Pindo aus Ecuador zum Beispiel. Er kann seinen Körper dermaßen verrenken – tut dem das nicht weh? Höhepunkt seines Auftritts ist der Moment, wo der Deckel auf einer kleinen durchsichtigen Kiste geschlossen wird. Er steckt da komplett drin, kann den Körper-Knoten wieder von alleine auflösen und kommt heil aus der Box.

 Ähnlich ist es bei der Truppe Messoudi aus Australien. Kein Schnickschnack, nur vier muskelbepackte Männer mit nacktem Oberkörper. Kraft und Gleichgewichtssinn sind die Basis auf der sie die unglaublichsten Formationen bilden, menschliche Mobilés. Das ist Artistik vom Feinsten. So geht es Schlag auf Schlag. Messerwerfer, Trapezkünstler, Rollschuhakrobatik, Jonglage, dazwischen immer mal wieder eine Tiernummer oder der Auftritt von Clown César Dias. Ein Shooting-Star in der Szene, ausgezeichnet beim Internationalen Festival von Budapest. Ohne Spitzhut oder roter Pappnase macht er seine Späße. Keine brachialen Brüllernummern, sondern feingeistiger Humor – mal mit Sopransaxofon, mal klassisch mit der singenden Säge. Nach zweieinhalb Stunden verabschieden die Besucher das Ensemble mit stehenden Ovationen.

Zirkus Charles Knie zählt im wahrsten Sinne des Wortes zu den ganz großen in Europa: Knapp 100 Tiere und ebensoviele Mitarbeiter, davon 22 Artisten. 207 Fahrzeuge gehören zum Tross. Das Zelt bietet 1440 Sitzplätze, hat einen Durchmesser von über 38 Metern und wird von mehr als 400 Ankern gehalten. Die beiden Becken für die Seelöwen fassen zusammen 200  000 Liter Wasser. Im Zoo werden täglich 500 Kilo Heu verputzt, dazu noch Gemüse, Obst und Kraftfutter.

 Am 17. und 18. September gastiert der Zirkus in Bad Oldesloe. Sonnabend werden um 16 und 19.30 Uhr Shows auf dem Exer geboten, Sonntag um 11 und 16 Uhr. Karten gibt es im Ticketcenter des Stormarner Tageblatts in der Mühlenstraße 21 von 10 bis 33 Euro (zzgl. Gebühren). Abonnenten erhalten Sonderkonditionen.

 

 

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 02.Aug.2016 | 12:32 Uhr

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