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Stormarner Tageblatt

05. Dezember 2016 | 19:43 Uhr

Schüsse im Kreis Stormarn : Mit Video: Tote in Bargteheide – Polizei findet Waffe in einem Tümpel

vom

Ein 35-Jähriger soll seine Ex-Freundin erschossen haben. Ein Geständnis hat er noch nicht abgelegt.

Bargteheide/Lübeck | Auf der Suche nach der Waffe des mutmaßlichen Todesschützen Sven S. haben am Mittwoch Beamte der Lübecker Mordkommission und der Bereitschaftspolizei einen größeren Tümpel in der Ortsmitte durchsucht. Unterstützt wurden sie dabei von der Freiwilligen Feuerwehr Bargteheide.

Der mutmaßliche Täter selbst hatte die Ermittler bei einem Ortstermin auf die Spur gebracht und diesen die Stelle gezeigt, an der er die Tatwaffe angeblich weggeworfen hat. Zunächst hatten Feuerwehrleute den Tümpel abgepumpt. Dann wurde der Schlamm akribisch durchsiebt, Eimer für Eimer. Das Gelände war dazu weiträumig abgesperrt. Bei der stundenlangen Arbeit fanden die Ermittler zunächst mehrere Patronen, und nach einer weiteren ausgedehnten Suche auch eine Waffe.

Bereits am Sonnabend hatten hatten Beamte vom Technischen Zug der 1. Einsatzhundertschaft aus Eutin in Wathosen und mit Metalldetektoren in einem Waldgelände in der Nähe des Schulzentrums nach der Tatwaffe gesucht, die der mutmaßliche Todesschütze auf seiner Flucht weggeworfen hat.

Der 35-Jährige soll am vergangenen Freitag seine frühere Partnerin in einer Wohnung mit mehreren Schüssen getötet haben. Anschließend rief er den Ermittlern zufolge selbst bei der Polizei an, gestand die Tat und flüchtete. Er wurde am frühen Samstagmorgen von Zeugen auf einem Campingplatz - wenige Kilometer vom Tatort entfernt - erkannt. Ein Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei griff ihn schlafend und unbewaffnet in einem Transporter auf.

Die Oberstaatsanwältin erklärte, dass der Mann seit seiner Festnahme zwar Angaben zu der Tatwaffe gemacht, aber kein Geständnis abgelegt habe. „Zu dem Tatvorwurf hat er sich mit seinem rechtlichen Vertreter nicht geäußert“, sagte Hingst. Sein Notruf vom Tatort werde aber „als ein Beweismittel gewertet“, erläuterte sie. Dem Mann wird Tötung aus niederen Beweggründen vorgeworfen. Er habe sein Besitzrecht an seiner Ex-Freundin demonstrieren wollen. Sie hatte zuvor bereits eine einstweilige Verfügung mit einem Kontaktverbot gegen ihn erwirkt.

Das Verbrechen hat nicht nur bei der Bargteheider Bevölkerung für Entsetzen gesorgt. Vor dem Wohnhaus der jungen Frau haben Freunde des Opfers mittlerweile Blumen niedergelegt und Kerzen entzündet.

Wie wurde der Mann festgenommen?

Am Samstagmorgen hatte das Spezialeinsatzkommando (SEK) den 35-jährigen Tatverdächtigen auf dem Campingplatz am Bredenbeker Teich festgenommen. Am Nachmittag wurde dann nach der Waffe gesucht: In Watthosen und mit Metalldetektoren hatten Beamte vom Technischen Zug der 1. Einsatzhundertschaft aus Eutin in einem Waldgelände mit Tümpel in der Nähe des Schulzentrums nach der Tatwaffe gesucht, die der mutmaßliche Todesschütze auf seiner Flucht weggeworfen haben soll.

Vor der Festnahme des 35-Jährigen hatte ein Zeuge um 5.30 Uhr den Hinweis gegeben, dass sich der Mann auf dem Campingplatz in Ammersbek (Kreis Stormarn) aufhalten solle. Der Zeuge beschrieb das Fahrzeug und sagte, dass der Mann darin schlafe.

Der Tatverdächtige kletterte wohl über den Zaun.

Der Tatverdächtige kletterte wohl über den Zaun.

Foto: Peter Wüst
 

Die Ermittler umstellten das Fahrzeug, sicherten es und nahmen den 35-Jährigen vorläufig fest. Er war unbewaffnet und leistete keinen Widerstand gegen die Beamten, wie ein Sprecher sagte.

In dem weißen Wagen, der durch die Bäume zu sehen ist, soll der Mann geschlafen haben. Das Auto hat er wohl aufgebrochen.

In dem weißen Wagen, der durch die Bäume zu sehen ist, soll der Mann geschlafen haben. Das Auto hat er wohl aufgebrochen.

Foto: Peter Wüst

Der Mann soll über den Zaun geklettert sein, um auf den Campingplatz zu gelangen - ohne Schlüssel kommt man nicht auf das Gelände. Das Auto, in dem er schlief, sei ein fremdes Auto gewesen. Die Polizei hat das Gelände weiträumig abgesperrt.

Das Verbrechen hat nicht nur bei der Bargteheider Bevölkerung für Entsetzen gesorgt. Vor dem Haus legten Freunde des Opfers Blumen nieder und zündeten Kerzen an.

Was war zuvor passiert?

Der Mann soll am Freitagabend seine 28-jährige Ex-Freundin in Bargteheide (Kreis Stormarn) erschossen haben. Der Mann hatte dann die Polizei gerufen und die Tat gestanden. Die Ermittler fahndeten am Freitagabend öffentlich mit Fotos und einer Täterbeschreibung nach dem Verdächtigen.

Die Frau sei am Freitag gegen 10.45 Uhr getötet worden, hieß es. Statt auf die Polizei zu warten, floh der 35-Jährige vom Tatort. Die Bargteheider Beamten hätten nach den Anrufen „in der Wohnung die verstorbene Frau vorgefunden“, sagte Muhtz.

Polizeisprecher Stefan Muhtz hatte die Bevölkerung vor dem Mann gewarnt. Er gelte als gefährlich. Man sollte nicht direkt an ihn herantreten, sondern die Polizei rufen. Wahrscheinlich trage der Mann noch eine Waffe bei sich. Der Mann war wegen häuslicher Gewalt der Polizei bereits bekannt.

Bestatter transportieren in Bargteheide die Leiche einer Frau ab.
Bestatter transportieren in Bargteheide die Leiche einer Frau ab. Foto: Daniel Bockwoldt
 

 

<p>SEK-Beamte suchen in Bargteheide nach dem mutmaßlichen Täter.</p>

SEK-Beamte suchen in Bargteheide nach dem mutmaßlichen Täter.

Foto: Patrick Niemeier
 

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erstellt am 18.Aug.2016 | 07:16 Uhr

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