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Stormarner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 14:41 Uhr

Ladezeit ist kein Problem : Mit E-Auto von Zürich nach Zarpen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Freunde der Elektrofahrzeuge zeigen sich beim norddeutschen E-Community-Treffen in Zarpen optimistisch.

„Das ist die längste Strecke, die ich mit meinem Tesla an einem Tag bisher gefahren bin“, sagt Peter Walser: „Rund 950 Kilometer mit Ladepausen von insgesamt zwei Stunden.“ Er ist einer der zahlreichen Teilnehmer des sechsten norddeutschen E-Community-Treffens.Von Zürich nach Zarpen in zwölf Stunden mit dem Elektroauto – das sei gar kein Problem.

Ein riesiger Bildschirm im Wageninneren zeigt genau an, wann er Strom tanken muss und wie lange seine Batterie noch hält. Inzwischen kenne er sein Auto aber so gut, dass er auch schon mal eine Ladestation auslasse, damit er mit nur noch fünf Prozent Reststrom aufladen könne. „Das geht dann nämlich wesentlich schneller“, verrät er. „Wer sich mit einem Tesla über das Netz an Ladestationen beschwere, habe sich nicht genug informiert, so der Lehrer aus der Schweiz, der für den Kauf seines gebrauchten Model S 85 70  000 Euro hinblätterte. „Dafür habe ich die Hypothek auf mein Haus erhöht und die Belastung ist nur geringfügig höher“, erklärt er sein Finanzierungskonzept. Von seinem Lehrergehalt könne man so ein Auto natürlich nicht finanzieren.

Auf der Rückreise tankt er in Braak auf. Genau 33 Kilometer, dafür reiche der Strom gerade noch. Seit März fährt er mit Strom und habe die Gelegenheit genutzt, endlich mal eine weitere Strecke in den „hohen Norden“ zu fahren. Als Mitglied des Forums „Going Electric“ hat er vom Zarpener Treffen gehört. Mit seinem Tesla gewann er bereits die E-Tour Europe – neun Städte in neun Tagen und 4000 Kilometer. Noch nie habe er so viele E-Autos auf einem Haufen gesehen wie in Zarpen. Der Schweizer ist überzeugt: „Den Tesla gebe ich nie wieder her“.

Ähnlich geht es Bastian Rostek, Elektrotechnik-Student aus Göttingen, der mit seinem Golf 3 City Stromer regelmäßig die Strecke bis nach Kiel zur Uni fährt. Der 22 Jahre alte E-Golf ist eine wirkliche Rarität. „Meines Wissens wurden davon damals nur 120 Stück gebaut“, so der 27-Jährige. Er zeigt den Schuko-Stecker hinter dem Nummernschild und den Drehstrom-Anschluss, den er – wie viele andere Teile – selbst eingebaut hat. Selbstverständlich fahre sein Golf nicht mehr mit der alten Bleibatterie, sondern mit so genannten Winston-Akkus. Die ehemalige Dieselheizung hat er umgerüstet. Zu Hause schließt er sein E-Auto an die Ladestation an, die teilweise auch durch ein Solardach gespeist wird. „Ich schaffe locker 200 Kilometer, ohne zu laden“, erklärt er. Die Zukunft des E-Autos sehen Bastian Rostek und Peter Walser positiv. Durch intensive Aufklärung und umfassende Information wie auf der Zarpener Veranstaltung würden viele Vorurteile genommen, meint der Student. Der Lehrer aus der Schweiz geht sogar noch einen Schritt weiter: „Eine Generation weiter – und auf den Straßen sind nicht nur wie heute rund 25000 E-Autos unterwegs. Die Nachfrage wird nach und nach steigen, so dass sich auch die Autoindustrie anpassen muss.“



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erstellt am 10.Jul.2016 | 14:42 Uhr

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